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Grevenbroich: Problem Vogelschlag durch Windräder an Königshovener Höhe

Hindernisse für seltene Vögel : Vogelschlag durch Windräder an Halde ist „ernstes Problem“

Immer wieder werden Vögel von Windrad-Flügeln erschlagen. Das Problem ist akut – vor allem an der Königshovener Höhe. Die rekultivierte Fläche ist einzigartig und bietet auch seltenen Tieren einen Lebensraum, darunter Vögeln.

Den Vogelschlag durch die bereits existierenden Windräder in dem Bereich hält die Stadt für ein „ernstzunehmendes Problem“, wie Dezernent Florian Herpel berichtet. Betroffen ist ein breites Spektrum an Arten, darunter Graureiher, Waldohreulen, Wanderfalken, Weihen und Sperber.

Aus Sicht vieler Naturfreunde besorgniserregend: Die Stadt Bedburg möchte an der Grenze zu Grevenbroich, also ganz in der Nähe der Königshovener Höhe, einen weiteren Windpark errichten. Die Stadt Grevenbroich hat Bedenken geäußert – vergeblich. Beim Beteiligungsverfahren hat die Stadtverwaltung gegenüber dem Rhein-Erft-Kreis als Untere Immissionsschutzbehörde wiederholt deutlich gemacht, dass sie in diesem besonderen Naturraum im rekultivierten Bereich artenschutzrechtliche Bedenken geltend mache. Soll heißen: Die Stadt hat den Rhein-Erft-Kreis auf den Vogelschlag hingewiesen – allerdings ohne etwas erreichen zu können. „Die Genehmigungsbehörde hat diese Bedenken auch nach Einholung von Fachgutachten nicht als ausreichend gewertet, um die Errichtung des Windparks zu versagen“, berichtet Florian Herpel.

 Für seltene Vögel bedeutet das: mehr Hindernisse in ihrem Lebensraum. Entgegen früherer Befürchtungen, auch Uhus könnten erschlagen werden, kann die Stadt Grevenbroich dies nicht bestätigen: Nach Kenntnis der Stadtbetriebe sind Uhus bisher verschont geblieben. Bekanntwerdende Fälle von Vogelschlag werden durch die Stadtbetriebe an eine zentrale Fundkartei über Anflugopfer an Windenergieanlagen gemeldet. Diese Fälle werden entweder durch Mitarbeiter der Betriebe entdeckt oder von Bürgern gemeldet. „Die Fälle sind meist klar von anderen Todesarten, wie Krankheit oder Unterernährung abzugrenzen“, sagt Herpel. Eine systematische Erfassung durch regelmäßige Begehungen finde jedoch nicht statt.

(cka)