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Grevenbroich: „Pro O“ sieht Hochwasserschutz mit geplanter L361n vereinbar

Ortsumgehung von Kapellen und Wevelinghoven : Verein „Pro O“ sieht Hochwasserschutz mit geplanter L361n vereinbar

Die Forderung der Grünen, die Planungen für den Bau der L361n zu stoppen, ruft die Bürgerinitiative „Pro O“ auf den Plan. Der Verein sieht keinen Widerspruch zwischen Trasse und Überflutungsflächen.

Nachdem sich die Grevenbroicher Grünen Anfang der Woche erneut mit Verweis auf den Hochwasserschutz an der Erft gegen den Bau der Ortsumgehung Kapellen/Wevelinghoven in Form der L361n ausgesprochen hatten, betont die Bürgerinitiative „Pro O“ einmal mehr, dass der Hochwasserschutz und der Bau der Trasse miteinander vereinbar seien. Leo Krüll von der Initiative sieht keinen Widerspruch – und er hält die Hochwasserschutz-Argumente der Grünen für „an den Haaren herbeigezogen“.

Grünen-Fraktionschef Peter Gehrmann hatte in Bezug auf die neue Überschwemmungsgebietsverordnung gesagt: „Die derzeit im Rathaus und bei der Bezirksregierung Düsseldorf ausliegenden Pläne für das Überschwemmungsgebiet der Erft weisen Überflutungsflächen für den gesamten Streckenverlauf aus.“ Deshalb sei die L361n dort nun nicht mehr realisierbar: Die Errichtung und Erweiterung baulicher Anlagen, insbesondere die Errichtung von Mauern, Wällen oder ähnlichem, wäre demnach untersagt, ebenso die Umwandlung von Grünland in Ackerland oder die Umwandlung von Auwald in eine andere Nutzungsart.

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Das Überschwemmungsgebiet, das die Bezirksregierung ausgewiesen habe, sei deckungsgleich mit dem vom Erftverband ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet, das bei der Planung der L361n bereits Berücksichtigung gefunden habe, sagt Leo Krüll von der Bürgerinitiative. Der Verein „Pro O“ kämpft seit Jahren für den Bau der Trasse. Bei der Planung der Straße durch den Landesbetrieb Straßen NRW sei das Konzept zur Renaturierung der Erft inklusive möglicher Überschwemmungsflächen mit eingeflossen, sagt Krüll. „Die Straße ist zudem in ortsnaher Lage geplant – auf Dammlage“, wie er betont: Durch den Damm würde die Wohnbebauung bei Hochwasser zusätzlich geschützt. Wie Krüll erklärt, würden Flächen vorgehalten, die bei einem Hochwasser überflutet werden können – Flächen, auf denen sich das Wasser „zwischenparken“ ließe. Den Befürwortern der Ortsumgehung nach kommt die Straße dem nicht in die Quere: Es gebe kein Problem in Sachen Hochwasserschutz.