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Grevenbroich: Politik lehnt schwimmende Photovoltaik-Anlage ab

Sorgen um Naherholungsgebiet Neurather See : Politik lehnt schwimmende Photovoltaik-Anlage ab

Auf dem Neurather See wird es keine schwimmende Photovoltaik-Anlage geben. Mit vier zu drei Stimmen lehnte der Landschaftspflege- und Umweltausschuss das Projekt ab. CDU Und UWG sprachen sich dagegen aus.

Im September hatte das Energieunternehmen Innogy SE im Rathaus die Idee vorgestellt. Es möchte in Neurath eine schwimmende Anlage für Solarstrom zu Demonstrations- und Erprobungszwecken errichten – am See steht bereits die einstmals größte Photovoltaikanlage Europas.

Projektmanager Thorsten Miltkau stellte die Pläne im Ausschuss vor: Gedacht ist an zwei rechteckige und zwei kreisförmige Flächen mit PV-Modulen, die zusammen einen Hektar, 7,7 Prozent der Wasserfläche abdecken würden. Wichtige Teile der Infrastruktur, etwa Stromleitungen, sind schon vorhanden. Aus Naturschutzsicht gibt es, wie Umweltbeauftragter Norbert Wolf erklärte, keine Bedenken. Weder für Vögel noch für Wasserpflanzen sei mit Beeinträchtigungen zu rechnen.

„Das ist eine Möglichkeit, ein innovatives Projekt in unsere Stadt zu holen. Grevenbroich wäre Vorreiter, wir hätten etwas Supermodernes“, warb Steffen Büttgenbach (FDP) für ein „Ja“. „Die SPD sieht das Projekt als kleinen Baustein, als Start-up für den Strukturwandel“, erklärte Wolfgang Pesch.

Ein Knackpunkt war die Beeinträchtigung der Naherholung. „Was haben wir Grevenbroicher davon? Wir brauchen auch Rückzugsgebiete, in denen etwa Familien spazieren gehen können“, sagte Holger Günther (CDU). Die Stadt verliere ein Naherholungsgebiet, konstatierte Leo Oehmen (UWG). Parteikollege Willibert Müller aus Neurath, Zuschauer im Saal, nannte nach der Sitzung weitere Argumente. Eine solche Anlage sei für einen Baggersee eher als für ein Naherholungsgebiet geeignet, Teile des Ufers seien Brutstätte für seltene Vogelarten. „Wir wollen zeigen, dass das Projekt im Einklang mit der Natur gebracht werden kann“, sagte Miltkau zu den Bedenken.

Nach der Ablehnung im Umweltausschuss erklärte Wolfgang Pesch, dass wegen der geplanten Firmen-Umstrukturierung nicht Innogy, sondern RWE die Anlage gebaut hätte. „Der Ausschuss hat jetzt das erste Projekt von RWE für den Strukturwandel abgelehnt, das ist kein gutes Zeichen.“