Grevenbroich: Pläne für den Strategischen Bahndamm

Grevenbroich : Alter Bahndamm wird Naherholungsziel

Die Stadt beteiligt sich an einem interkommunalen Projekt. Der vor mehr als 100 Jahren angelegte Strategische Bahndamm soll zwischen Rommerskirchen und Neuss umgestaltet und für die Naherholung ausgebaut werden.

Der Strategische Bahndamm bei Neukirchen und Hülchrath soll für die Naherholung umgestaltet und ausgebaut werden – im Rahmen eines interkommunalen Projekts zusammen mit der Gemeinde Rommerskirchen und der Stadt Neuss. Konkrete Entscheidungen fielen in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses noch nicht. Die Politiker beschlossen eine grundsätzliche Zustimmung zur Beteiligung, sofern die Finanzierung gesichert sei. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, das Projekt mit den anderen Kommunen weiter vorzubereiten.

Vor mehr als 100 Jahren wurde der Bahndamm als Schienenverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Saarland und Lothringen geplant, eine Strecke mit damals großer militärischer Bedeutung. Doch die Trasse blieb unvollendet, auf dem insgesamt 13,4 Kilometer langen Abschnitt zwischen Neuss und Rommerskirchen rollte niemals ein Zug. Dafür bevölkern heute Spaziergänger die künstliche, langgezogene Erhebung.

Aus dem Relikt soll nun mehr werden: Die Gemeinde Rommerskirchen hat als Projektleiterin zwei Büros beauftragt, Grundlagen zu erarbeiten. Erste Pläne liegen bereits vor. Danach soll auf dem 2,5 Kilometer langen Abschnitt auf Grevenbroicher Stadtgebiet der Waldweg mit 2,50 Metern Breite ausgebaut werden. An den Querungen der L 142 und der Hülchrather Straße (K 33 ) sollen die Rampen umgebaut, radfahrerfreundlich und behindertengerecht gestaltet werden. Wolfgang Kaiser (CDU) sieht dafür Bedarf, teilweise seien „Trampelpfade“ entstanden. Im Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern sollen künftig drei „Landschaftsfenster“ geschaffen werden, die freien Blick auf die Umgebung gewähren. Bei Münchrath soll eine „Erzählstation“ mit Hinweistafeln über den Bahndamm und seine Geschichte informieren. Zu den Akten gelegt ist der zunächst erwogene Rückbau von Wegen bei Neukirchen, die für den Crosslauf benötigt werden.

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Steffen Büttgenbach (FDP) hält das Projekt für eine „gute Sache“, er stand damit nicht allein. Ausschussvorsitzender Ralf Cremers (CDU) hätte allerdings über die dem Gremium vorliegende Übersichtskarte hinaus gern mehr Infos gehabt. „Ich hätte mir gewünscht, dass uns jemand das Projekt vorstellt“, sagte er. Andere Politiker hatten Fragen zur Finanzierung.

Eine Förderfähigkeit – zu 80 Prozent – mit Mitteln aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung ist bereits bestätigt. Die Kosten für den Grevenbroicher Abschnitt werden auf 227.900 Euro geschätzt, der Eigenanteil der Stadt würde 46.000 Euro betragen. Allerdings handelt es sich laut den Stadtbetrieben um eine „erste grobe Kostenschätzung“. In mehreren Fraktionen war über die Kosten diskutiert worden. Die Verwaltung betonte aber, dass zunächst noch keine Entscheidung über das Projekt erforderlich ist. Die grundsätzliche Zustimmung ist für die in Aussicht stehenden Fördermittel nötig.