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Grevenbroich: Pfarrer entwickelt neues Konzept

Glaube und Kirche in Grevenbroich : Neues Leitungsmodell soll Zukunft katholischer Gemeinden sichern

Wem die Zukunft der Gemeinden am Herzen liegt, den lädt der leitende Pfarrer Meik Schirpenbach jetzt zu einer Gemeindeversammlung ein. Diskutiert werden soll ein neues Leitungsmodell der Ehrenamtlichen in den katholischen Gemeinden Grevenbroich und Rommerskirchen.

„Die Situation ist ernst. Ich sehe für die Gemeinden, die nicht mitmachen wollen, die Gefahr, dass sie in zehn bis 20 Jahren ausgestorben sind“, sagt Schirpenbach und macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, jetzt aktiv zu werden. „Wer nicht mitgeht, verpasst eine Chance auf Zukunft. Da kann auch ein Seelsorger nicht mehr helfen.“

Im Verbund will Schirpenbach bei der Auftaktveranstaltung der Frage nachgehen, wie „möglichst Eigenständigkeit und Lebendigkeit“ der einzelnen Gemeinden gestärkt werden können. „Dazu brauchen wir neue Leitungs-Teams.“ Leitung bedeutet nicht zu bestimmen, sondern „Verantwortung übernehmen und Entwicklungen anzustoßen“. Das Rad will er dafür nicht neu erfinden, die flexiblen Teams stellt er sich als Weiterentwicklung der bestehenden Ortsausschüsse und in fester Einbindung der Kirchenvorstände vor.

Eine prinzipielle Frage für die zukunftsfähige Neuausrichtung sei, welche konkreten Aufgaben eine Gemeinde hat. „Denn an vielem, was bisher üblich war, haben die Leute offensichtlich die Lust verloren.“ Andererseits sind übernommene Aufgaben manchem zu viel geworden, „Engagement soll Freude machen“ – was wieder ins Zentrum rücken soll. Also sollen die Leistungs-Teams wie ein Schneeballprinzip als Kontakt fungieren – um näher an Interessen und Sorgen der Menschen zu sein. Auch, um stärkere Impulse in den Gottesdiensten setzen zu können, die, wie Schirpenbach sagt, „einen stärkeren Bezug zum Leben vor Ort“ brauchen Meinung und Mitarbeit der Menschen sind dem Pfarrer „absolut wichtig, auch von Menschen, die sich auf Abstand zur Kirche halten, weil ihnen die jetzige Situation nicht zusagt“. Sie alle wieder für Glaube und Gemeindeleben zu begeistern, ist sein Ziel. „Entgegen mancher Tendenzen in anderen Bistümern sollen in Grevenbroich und Rommerskirchen die Gemeinden und Kirchen vor Ort auf jeden Fall bestehen bleiben und keine anonyme Großgemeinde geschaffen werden.“ Damit das funktioniert, sollen viele Aktive eingebunden werden.

Konfessionsübergreifend ist jeder, der Interesse am Gemeindeleben hat, am Samstag, 12. Oktober, 10 bis 12.30 Uhr, in die Kirche St. Stephanus in Elsen eingeladen. Als Diskussionsgrundlage gibt es kein fertiges Konzept, wohl aber eine „klare Richtung, in die wir weiter denken möchten“, sagt Schirpenbach. Diese Impulse sollen dann in den kommenden Monaten vor Ort diskutiert und weiterentwickelt werden.