1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Personalrat der Stadtbetriebe fürchtet Personalflucht​

Offener Brief nach Auflösungs-Vorschlag : Personalrat der Stadtbetriebe Grevenbroich fürchtet Personalflucht

Nach dem SPD-Vorstoß zur Auflösung der Stadtbetriebe in ihrer Form als Anstalt des öffentlichen Rechts hat der Personalrat einen Offenen Brief an die Fraktionen geschickt.

Nach den Überlegungen der Grevenbroicher SPD zur Auflösung der Stadtbetriebe (SBG) in ihrer Form als Anstalt des öffentlichen Rechts hat sich der Personalrat der Stadtbetriebe jetzt mit einem Offenen Brief an die Grevenbroicher Politiker gewandt. Der Personalrat habe mit „großer Verwunderung“ aus der NGZ vom Vorstoß der Sozialdemokraten erfahren. Fraktionschef Daniel Rinkert hatte im Gespräch mit unserer Redaktion laut über eine Rückführung der AöR zur Stadtverwaltung nachgedacht – um Absprachen zu vereinfachen und um eine finanzielle Belastung durch eine möglicherweise greifende Umsatzsteuerpflicht zu vermeiden.

Die „angestrebte Auflösung ist nach unserer Auffassung völlig konträr zu dem bei den Stadtbetrieben in den letzten Jahren erfolgreich aufgebauten Strukturen hin zu einem modern agierenden kommunalen Unternehmen“, heißt es in dem von Michael Jäger und Ursula Koch unterzeichneten Papier. Eine Änderung der gerade erst etablierten Struktur der Stadtbetriebe sehen sie mit großer Sorge, auch fürchten sie eine Personalflucht. Diese habe seit Gründung der SBG aufgefangen werden können, die Mitarbeiter seien motiviert. Die Gespräche über eine mögliche Auflösung der SBG und eine Überführung in eine andere Unternehmensform wirke nun jedoch verunsichernd und demotivierend auf das Personal.

  • Die „Zentrale“ der Stadtbetriebe am Ortseingang
    Politik in Grevenbroich : Vorstoß zur AöR-Auflösung sorgt für Diskussionen
  • Klaus und Marga Windgassen heirateten im
    Eiserne Hochzeit in Grevenbroich : Als Marga ihren Klaus unter den Regenschirm ließ
  • In Düsseldorf gibt es bereits ein
    Antrag der Ratskooperation in Neuss : Zwei Brunnen für Gratis-Trinkwasser

SPD-Fraktionschef Daniel Rinkert erklärte am Montag, dass niemand fürchten müsse, durch eine „Rückführung“ entlassen zu werden oder schlechtere Leistungen zu erhalten. „Im Gegenteil. Wir erhoffen uns, dadurch den Gemeinsinn zu stärken.“ Bald soll es ein Gespräch mit dem Personalrat geben. Auf die Einbeziehung des Personalrats pocht Ratsherr Walter Rogel (Linke): Die Bedenken müssten Berücksichtigung finden. „Nicht die Stadtbetriebe als solches stehen zur Diskussion, denn sie machen eine gute und vielfältige Arbeit.“ CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser hatte vergangene Woche – neben weiteren Fraktionen – betont, dass er keine Notwendigkeit sieht, die Stadtbetriebe in ihrer jetzigen Form aufzulösen. „Erst recht nicht nach so kurzer Zeit“, sagte er, auch nicht, bevor das Thema Umsatzsteuer geklärt sei. Außerdem habe die Ausgliederung Millionen gekostet. „Eine Rückführung würde sicher auch nicht umsonst sein.“

(cka)