1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Passanten entdecken Ölfilm auf der Erft

Umwelteinsatz in Grevenbroich : Öl-Alarm für die Feuerwehr auf der Erft

Gut vier Stunden war die Feuerwehr am Donnerstagnachmittag im Einsatz: Auf der Erft hatte sich ein Ölfilm ausgedehnt. Die Ursache ist noch unklar.

Großeinsatz an der Erft: Bis in den  Abend des Donnerstags waren knapp  30 Feuerwehrleute von Wevelinghoven bis Gruissem im Einsatz, um eine Umweltgefährdung zu bekämpfen. Gegen 16 Uhr hatten Passanten in Höhe der Schwarzen Brücke in Kapellen einen ausgedehnten Ölfilm auf dem Fluss entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde beim Rhein-Kreis Neuss und des Erftverbandes  rückten ebenfalls an, auch die  zuständige Obere Wasserbehörde bei der Bezirksregierung ist informiert.  Die Ursache des Ölaustritts ist noch nicht geklärt.

Zunächst errichteten die Einsatzkräfte eine Ölsperre in Höhe der Erftbrücke in Gruissem, um die Ausbreitung des Öls zu verhindern. Von einem Schlauchboot aus beseitigten sie den  deutlich feststellbaren Ölfilm mit Bindemitteln vom Wasser. Bei weiteren Kontrollen entlang der Erft stellten die Einsatzkräfte auch am Wehr in Neubrück eine größere, flussabwärts treibende Öllache fest. Auch dieses Öl wurde in Gruissem aufgenommen.

Weitere Einheiten der Feuerwehr kontrollierten flussaufwärts den Erftverlauf. Auf der Suche nach der Quelle der Verschmutzung wurden sie, wie die Feuerwehr berichtet, im Bereich eines Gewerbebetriebs in Wevelinghoven fündig. „Mit Hilfe eines Mieters gelang es schließlich, den weiteren Austritt von Öl ins Gewässer zu stoppen“, erklärte die Feuerwehr.

„Der Ölfilm war unterhalb der Wehranlage des Erftverbandes an der Drees-Mühle“, erläutert Ulrich Muris, Abteilungsleiter beim Erftverband.  „Wir haben unsere Anlage daraufhin überprüft, ob Öl ausgetreten sein könnte. Doch von dort stammt es nicht“, sagt Muris. Die Untere Wasserbehörde sieht zurzeit, wie Kreissprecher Reinhold Jung sagt,  die Ursache „an einer naheliegenden Stauanlage einer Wasserkraftanlage“.  An der Mühle wird Strom erzeugt. Nach Auskunft des Betreibers kann die Gewässerverunreinigung möglicherweise mit dem Kraftwerksbetrieb zusammenhängen.  Der Betreiber sei  dabei, die Ursache herauszufinden, und habe den Betrieb vorläufig bis zur Ursachenklärung eingestellt.

Der Erftverband stieß noch am Freitagmorgen an der Gewässermeisterei bei Münchrath auf einen Ölfilm und beseitigte ihn. Der Verband mit Sitz in Bergheim prüfte aber auch Auswirkungen des Öls auf Gewässer und Umfeld.  „Wir haben den Fluss kontrolliert, ein Fischsterben haben wir nicht festgestellt“, erklärt Ulrich Muris. Auch am Naturschutzgebiet „Schwarze Brücke“ ist  die Gefahr offensichtlich vorbei gegangen.  Wenn der Wasserstand der Erft höher gewesen wäre, hätte verschmutztes Wasser in Gräben  in den sensiblen Bereichen des Naturschutzgebietes fließen können. Die Menge Öl, die in den Fluss geraten ist, wird beim Erftverband auf etwa fünf Liter geschätzt. „Wären beispielsweise 60 Liter ausgelaufen, dann hätte der Ölfilm bis zur Mündung in den Rhein gereicht“, sagt  Ulrich Muris.

Gegen 20 Uhr am Donnerstag konnten die Einsatzkräfte wieder abrücken. Da zunächst unklar war, ob noch eine weitere Ölsperre erforderlich ist, waren auch Kräfte der Feuerwehr Neuss mit Gerät zur Unterstützung angefordert worden. Die Neusser Helfer mussten aber nicht mehr in Grevenbroich eingreifen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Öl auf der Erft - so lief der Feuerwehreinsatz

(NGZ )