Grevenbroich: Pascal-Gymnasium entwickelt Medienkonzept

Grevenbroich : Pascal-Gymnasium stellt neues Medienkonzept vor

30 Seiten stark und prall gefüllt mit Ideen ist das Medien-Konzept des Pascal-Gymnasiums. Die Kosten zur Anschaffung von Tablet und Co. trägt teilweise die Stadt und soll per Miet-Kauf-Variente vom Förderverein fortgeführt werden.

Bislang gibt es an der größten weiterführenden Schule der Stadt nur WLAN im Lehrerzimmer. Das soll sich bald ändern: Mit Hilfe des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ wird nicht nur das Gebäude saniert, das Gymnasium soll auch digital fit für die Zukunft gemacht werden. Ein Medienkonzept haben die Lehrer Nina Kern, Juliane Kreth-Böttner und Christian Ratzner bereits erstellt. Das Papier ist 30 Seiten stark und setzt das um, was ab 2020 als sogenannter Medienkompetenzrahmen NRW im Lehrplan verankert werden muss, berichtet Schulleiter Manfred Schauf.

In Sachen Hardware sollen künftig die EDV-Arbeitsplätze nach der Formel „ein Gerät pro fünf Schüler“ ausgerüstet werden. Der Oberbegriff „Gerät“ umfasst dabei die Ausstattung vom Drucker über PC und Laptop bis hin zum Tablet. Die finanziellen Mittel dafür kommen teils von der Stadt. Die einmaligen Anschaffungskosten erläutert Thomas Staff, Fachbereichsleiter Schulen: Insgesamt werden alle Schulen der Stadt mit etwa 2700 Endgeräten ausgestattet. „Weil Geräte mindestens fünf Jahre halten sollen, brauchen sie zum Beispiel Schutzhüllen“, erklärt er etwa den Kauf von Hüllen für Schüler-Tablets. Für alle Schulen rechnet er hier mit der Anschaffung von 1000 Hüllen, Kostenpunkt: 35.000 Euro. 500 Eingabestifte belaufen sich auf 40.000 Euro, 1000 Transportkoffer für Tablets sind mit 65.000 Euro veranschlagt. Neben den Beschaffungskosten sind einmalige Kosten für die Integration der Geräte in das „Mobile-Device-Management“, einer zentralisierten Verwaltung, sowie die gesicherte Wartung einzuplanen. Diese Kosten fallen nicht gebündelt an – die Gebäude der Schulen müssen entsprechend fit gemacht werden. „Dann werden die Geräte angeschafft.“

Neben dem, was die Stadt bezahlt, ist zur Restausstattung ein durch die Eltern finanziertes Miet-Kauf-Konzept erstellt worden, wie Christian Ratzer berichtet. Förderverein und Elternpflegschaft gehen davon aus, möglichst viele Eltern vom Modell begeistern zu können. „Letztlich ist das ein hochattraktives Angebot für deren Kinder“, sagt Nina Kern. „Um auf die spätere Berufswahl vorzubereiten, ist technisches Wissen elementar.“ Und um künftig im Schulalltag fachbezogen die weite Medienwelt bedienen und anwenden zu können – von der Recherche eines Fachthemas bis zur zeitgemäßen Umsetzung etwa per Powerpoint-Präsentation – wird eben vom Biologie- bis zum sprachwissenschaftlichen Unterricht auf entsprechende technische Ausstattung gesetzt. Das „Pascal“ hat bereits viel in Eigenregie geleistet und ist für seine konzeptionelle Medienarbeit bereits mit dem „Sinus“-Siegel ausgezeichnet worden. Seit vier Jahren existieren Medienscouts – Schüler helfen im Umgang mit Netz und Co. – das Schuljahrbuch als Papierkonvolut ist mit interaktiven Gadgets gespickt und im vergangenen Sommer kam der von Christian Ratzer betreute sogenannte „MakerSpace“, ein 3D-fähiger Lehrraum für interessierte Schüler dazu. „Längst sind wir mit anderen Schulen vernetzt“, erzählen die engagierten Lehrer.

Wenn jetzt im ersten Schritt zum Beispiel die ersten iPads zum Unterrichtseinsatz kommen, „lassen wir uns von der Uni Essen-Duisburg begleiten, die Ergebnisse evaluiert“, erklärt Manfred Schauf. In Kooperation mit außerschulischen Trägern werden Eltern-Infoabende durchgeführt, schulinterne Fortbildungen gibt es per Arbeitskreis oder im „Digi Café“ Im Juni werden die ersten 20 Schüler ins sogenannte Digi Camp eingeladen, um fit für die Zukunft gemacht zu werden.

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