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Grevenbroich: Orthopädin hält Tänzer in Schwung

Verein „Tanzmedizin Deutschland“ : Grevenbroicherin hält die Tanz-Profis gesund

Monika Löffelholz ist Gründungsmitglied des Vereins „Tanzmedizin Deutschland“. Sie betreut Tänzer – von der Schülerin bis zu den Profis.

Wer das Sprechzimmer von Monika Löffelholz in der Praxis-Klinik in Grevenbroich zum ersten Mal betritt, der wundert sich möglicherweise über die ungewöhnliche Ausstattung: An einer Wand ist eine Ballettstange montiert, dahinter hängt ein großer Spiegel. Die aus Köln stammende Fachärztin für Orthopädie hat sich auf Tanzmedizin spezialisiert. Seit vielen Jahren betreut und berät sie Tänzerinnen und Tänzer, Tanzpädagogen und Studierende.

Tanzen macht Spaß und dient der Gesundheit – wenn die Bewegungen so ausgeführt werden, dass die Gelenke möglichst nicht unter falscher Belastung leiden. In ihrer Sprechstunde lässt die Ärztin ihre Patienten daher erst einmal an der Stange vortanzen. Dabei erkennt sie Fehler und hilft den Betroffenen, ihre Bewegungen so zu verändern, dass sie trotz Beschwerden weiter tanzen können. „Wenn die Füße in der ersten Position beispielsweise etwas weniger ausgedreht werden, dann ist das schonender für die Knie. Eine kleine Änderung kann viel bewirken“, erklärt sie.

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Auf ihre medizinische Begleitung setzen nicht nur Tanzschulen und Fitnessstudios, sondern auch professionelle Tanzkompanien und Tanzstudenten. Selbst die Tänzer der Deutschen Oper am Rhein gehen in der Praxis an der Von-Werth-Straße ein und aus, wenn sie sich beim Training verletzt haben, oder wenn sie Fragen dazu haben, wie sie trotz ihres körperlich fordernden Berufs gesund bleiben können. Denn was für die Zuschauer oftmals so anmutig und schwerelos aussieht, das ist für die Tänzer Schwerstarbeit und birgt viele gesundheitliche Risiken.

Wenn dann in der Orthopädie-Praxis tänzerische Fachbegriffe fallen – vom „Changement“ über das „Demi-plié“ bis zum „Grand Jeté“ – dann ist Monika Löffelholz sofort im Thema: „Ich habe selbst mein Leben lang getanzt“, erklärt die 59-Jährige, „vom Ballett über Jazztanz bis zum Modern Dance war alles dabei“. Und so kann sie auch gut nachvollziehen, was in den kleinen Mädchen vorgeht, die aufgeregt fragen, wann sie denn endlich auf den Spitzen tanzen dürfen.

Doch bis die ersten Spitzenschuhe gekauft und ausprobiert werden dürfen, ist Geduld gefragt: „Wer zu früh anfängt, ruiniert sich die Füße“, so die Fachärztin, die dafür plädiert, Gesundheitsbewusstsein von Anfang an in den Sport mit einzubeziehen. Auch die Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz in Köln profitieren von ihrem Spezialwissen: Seit dem Jahr 1996 unterrichtet sie dort das Fach „Anatomie und Tanzmedizin“.

Tanzen und medizinisches Wissen miteinander zu verknüpfen, das ist zudem das Ziel des Vereins „Tamed – Tanzmedizin Deutschland“ mit Sitz in Darmstadt. Der Verein wurde 1997 von Ärzten, Physiotherapeuten und Tanzpädagogen gegründet – darunter auch Monika Löffelholz. „Gemeinsam engagieren wir uns auf wissenschaftlicher Basis für alle Tänzer“, sagt sie. Tamed stellt sein Engagement auf drei Säulen: ausbilden, beraten und vernetzen. Alle zwei Jahre wird ein Kongress  zum fachlichen Austausch ausgerichtet. Beim 14. Kongress für Tanzmedizin moderierte Löffelholz Anfang Juni mehrere Vortragsblöcke.