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Grevenbroich-Orken: Bombe unter Kirmesplatz vermutet

Sondierung beginnt am Montag : Bombe unter Orkener Kirmesplatz vermutet

Der Untergrund wird ab Montagvormittag untersucht. Bei einem Fund wären rund 4600 Anwohner betroffen. Die Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule in Orken bleibt am Dienstag geschlossen. Auch der Bahnhof wäre betroffen.

Da, wo zur Kirmes Autoscooter und Kinderkarussell stehen, rücken nächste Woche Montag Kampfmittel-Experten an: Auf dem Kirmesplatz an der Richard-Wagner-Straße wird ein Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Der Verdacht ergab sich laut Stadt bei Bauarbeiten, um den Kirmesplatz zu verbessern. Der Untergrund soll ab Montagvormittag untersucht werden. Bestätigt sich der Verdacht, wären in dem dicht besiedelten Bereich rund 4600 Bewohner, mehrere Gewerbebetriebe, das Finanzamt, der Bahnhof und die Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule in Orken betroffen. Die Schule schließt am Montag bereits um 14 Uhr, am Dienstag soll sie nach Auskunft der Stadt ganztägig geschlossen bleiben.

Die Kampfmittel-Sondierung auf dem Platz wird bereits vorbereitet. Ein großes Areal, das an die Richard-Wagner-Straße grenzt, ist abgesperrt. Bauarbeiter brechen den Boden auf, Pflastersteine stehen gestapelt neben dem Verdachtspunkt. „Vor ein paar Jahren ist das Thema Blindgänger schon einmal aufgekommen. Aber der Start der Sondierung jetzt hat uns völlig überrascht“, sagt Schützen-Präsident Manfred Holz. Am Rande der Vorbereitungen für den Nikolausmarkt, den die Orkener auf der nahen Wiese veranstalten wollen, hatten er und seine Kollegen bei der Stadt angefragt, warum ein Teil des Kirmesplatzes nun abgesperrt wird. Die Nachricht, dass im Boden eine Bombe schlummern könnte, löst bei einigen Orkenern ein mulmiges Gefühl aus: Denn seit Jahrzehnten wird auf dem Platz (in normalen Jahren) ausgiebig gefeiert.

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Die Stadt rechnet damit, dass sie schnell bekanntgeben kann, ob sich der Verdacht bestätigt oder nicht. Eine akute Gefährdung bestehe nicht. „Je nachdem, in welcher Tiefe bei der Sondierung Ergebnisse erzielt werden, wird entweder am Nachmittag des 22. November oder am 23. November der Boden geöffnet und nach dem Kampfmittel gesucht. Bestätigt sich der Verdacht, schließen sich die Evakuierung und die Entschärfung unmittelbar an“, heißt es in einer Mitteilung. In welchem Umfang eine Evakuierung nötig sein wird, richtet sich auch nach der Größe der Bombe. Bei einer Fliegerbombe mit einem Gewicht von 250 Kilogramm würde um den Fundort ein Evakuierungsbereich im Radius von 250 Metern gezogen. Direkt betroffen wären knapp 800 Anwohner.

In einem erweiterten Gefahrenbereich (300 bis 500 Meter) müssten sich Bewohner „luftschutzgemäß“ verhalten. Sie dürften dann ihre Häuser nicht verlassen. Bei einer Entschärfung würde es auch zu umfangreichen Beeinträchtigungen beim Straßenverkehr kommen. Zudem müsste der Zugverkehr am Bahnhof vorübergehend ruhen, die Stadt stimmt sich dafür mit dem Notfallmanager der Bahn ab. Wenn es zu einem Fund kommt, richtet das Ordnungsamt ein Bürgertelefon (02181 6083299) ein.

Im Bereich um den Bahnhof werden immer wieder Blindgänger gefunden. 2017 etwa waren auf dem Kunstrasenplatz am Türling drei Bomben lokalisiert worden: zwei britische und eine amerikanische. 1750 Menschen mussten für die Entschärfung ihre Häuser verlassen. Der Verdacht hatte sich damals nach der Auswertung von Luftbildern aus Kriegszeiten ergeben.