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Grevenbroich: Grevenbroich nur noch drittgrößte Stadt im Rhein-Kreis

Grevenbroich : Grevenbroich nur noch drittgrößte Stadt im Rhein-Kreis

Der "Zensus 2011" bringt es an den Tag: Die Schlossstadt hat weniger Einwohner als gedacht – und verliert ihren Platz an Dormagen.

Der "Zensus 2011" bringt es an den Tag: Die Schlossstadt hat weniger Einwohner als gedacht — und verliert ihren Platz an Dormagen.

"Heute leben über 64 000 Einwohner verteilt in 32 Ortschaften" in Grevenbroich. Dieser Satz auf der Internetseite der Stadt stimmt schon lange nicht mehr. Und erst recht nicht mehr seit dem gestern veröffentlichten Ergebnis der Volkszählung "Zensus 2011".

Nach den in Düsseldorf vorgestellten Zahlen wohnten zum Stichtag 9. Mai 2011 lediglich 61 741 Menschen in der Stadt. Das sind 3,3 Prozent oder mehr als 2000 weniger als bisher von den Landesstatistikern angenommen. Grevenbroich ist damit — von der Einwohnerzahl her — nicht mehr die zweit-, sondern die drittgrößte von acht Kommunen im Rhein-Kreis. Dormagen hat ihr mit 62 208 Menschen den Rang abgelaufen. Spitzenreiter ist nach wie vor Neuss mit 150 568 Einwohnern.

"Ich war überrascht, als ich diese Zahlen auf den Tisch bekommen habe", erklärt Bürgermeisterin Ursula Kwasny: "Der Unterschied zu der bisher angenommenen Bevölkerungszahl ist schon deutlich." Dass Dormagen nun vor Grevenbroich liegt, muss die Verwaltungschefin erst einmal verkraften: "Das macht mich schon etwas traurig", gibt sie zu. Allerdings: "Von der Stadtfläche her liegen wir mit 102 Quadratkilometern im Kreis immer noch an erster Stelle", sagt Kwasny.

Wie die Differenz von mehr als 2000 Einwohnern zu erklären ist, kann die Bürgermeisterin noch nicht sagen: "Das wird recherchiert, auch die Ursachen und möglichen Auswirkungen werden ermittelt." Kwasnys Amtskollege in Dormagen, Peter-Olaf Hoffmann, nimmt die neuesten Zahlen sportlich hin: "Dass wir jetzt die zweitgrößte Stadt im Kreis sind, ist für mich eher eine Fußnote. Als kreisangehörige Kommunen stehen wir nicht in einem Wettbewerb miteinander, sondern bilden eine Gemeinschaft."

Die Dormagener Bevölkerungszahl wurde um 1,1 Prozent, die des Kreises um 1,4 Prozent auf 437 393 nach unten korrigiert. "Wir hatten mit größeren Verlusten gerechnet. Bis zu zehn Prozent hatten Experten vorhergesagt", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke: "Gemessen daran liegt der Kreis noch ganz gut." Nach Petrauschkes Einschätzung werden sich die Ergebnisse auch bei den Finanzzuweisungen bemerkbar machen. Allerdings verliere der Rhein-Kreis weniger als der Landesdurchschnitt. "Die Zuweisungen werden für alle Kommunen neu berechnet. Es ist also nicht unbedingt mit finanziellen Verlusten zu rechnen."

Ob die Imagebroschüren des Kreises wegen des neuen Städte-Rankings umgeschrieben werden müssen, ist noch nicht raus. Allerdings gibt Petrauschke zu bedenken, dass Dormagen und Grevenbroich vergleichsweise dicht beieinander liegen: "Wenn eine Stadt im größeren Rahmen Neubaugebiete schafft, kann sich die Reihenfolge schnell wieder ändern."

Hier geht es zur Infostrecke: Zensus 2011: Grevenbroich in Zahlen

(wilp)