Dorfgemeinschaft Hülchrath Nisthilfe an Kita ist Kinderstube für bereits 25 Turmfalken

Hülchrath · Eine Erfolgsgeschichte ist die am Kindergarten „Spatzennest“ aufgehängte Turmfalken-Nisthilfe. Die Dorfgemeinschaft Hülchrath meldet bereits 25 geschlüpfte Greifvögel seit 2019. Aber auch an andere Tiere denken die Dorfbewohner.

 Bereits 25 junge Turmfalken wurden in der Nisthilfe an der Kita „Spatzennest“ aufgezogen.

Bereits 25 junge Turmfalken wurden in der Nisthilfe an der Kita „Spatzennest“ aufgezogen.

Foto: Dorfgemeinschaft Hülchrath

„Spatzennest“ heißt die Kindertagesstätte in Hüchrath. Eigentlich könnte die Kita auch nach einem ganz anderen Vogel benannt werden: An der Giebelwand in circa acht Metern Höhe befindet sich eine Kinderstube für Turmfalken, die Nisthilfe dort wird von den Greifvögeln super angenommen. Bislang wurden bereits 25 Jungtiere in fünf Jahren aufgezogen. „Darauf sind wir natürlich stolz“, erklärt Paul Steins, kommissarischer Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Hülchrath. Die hatte die Turmfalken-Nisthilfe mit Anflugbrett 2015 an der Wand des Kindergartens montiert.

In den ersten Jahren blieb der Kasten leer, doch 2019 zog ein Turmfalkenpärchen ein, vier Jungtiere schlüpften aus den Eiern. Auch in den folgenden Jahren wurde kräftig gebrütet und gefüttert. Jeweils fünf bis sechs Junge kamen zur Welt, in diesem Jahr waren es wiederum fünf. „Wahrscheinlich handelt es sich immer um dasselbe Elternpaar“, sagt Steins.

 Schon im fünften Jahr hintereinander brüten dortTurmfalken.

Schon im fünften Jahr hintereinander brüten dortTurmfalken.

Foto: Dorfgemeinschaft Hülchrath

Der Nistkasten sei ein Selbstläufer geworden. „Wir haben ihn aufgehängt und etwas Streu hineingelegt. Das reichte. Reinigen müssen wir ihn nicht, die Vögel sind zufrieden.“ Sind die Jungtiere geschlüpft, seien die Eltern unermüdlich auf Futtersuche und würden dann etwa „mit einer Maus im Schnabel“ zurückkommen. „Die Jungen drängeln sich, um als erstes etwas zu bekommen.“ Im Sommer sei die Familie dann ausgeflogen. Steins überlegt, die Kinderstube mit einer Kamera auszustatten und das Heranwachsen festzuhalten. „Das wäre auch für die Kindergartenkinder interessant.“ Verluste bei der Aufzucht sind ihm nicht bekannt. Einmal allerdings sei ein Jungvogel hinausgefallen und auf dem Boden gelandet. „Wir erkundigten uns und erfuhren, dass wir ihn sitzen lassen sollten, die anderen würden ihn schon zum Fliegen animieren. Dann war er weg“, schildert Steins.

Die Dorfgemeinschaft hofft, das die Turmfalken auch 2024 wiederkommen.

Die Dorfgemeinschaft hofft, das die Turmfalken auch 2024 wiederkommen.

Foto: Dorfgemeinschaft Hülchrath

Während die Turmfalkenwohnung an der Kita offensichtlich 1a-Lage hat, wurde eine zweite Turmfalken-Nisthilfe auf einem Mast am Grünzug „Obspäddsche“ nicht angenommen. „Es ist schon mal ein Turmfalke vorbeigekommen, aber vermutlich wurde er durch Krähen gestört.“ Vor wenigen Wochen sei der Mast bei Sturm umgekippt. „Wahrscheinlich bauen wir ihn nicht mehr auf“, sagt Steins. Auch die für Schleiereulen gedachte Nisthilfe an der alten Trafostation „Op de Bleesch“ wurde nicht von Greifvögeln bezogen. Stattdessen „hatten sich zwei, drei Mal Hornissen eingenistet“, berichtet Steins. Er hofft, dass in der Turmfalken-Kinderstube an der Kita auch 2024 Eier gelegt werden. Zudem sollen jetzt am „Obspäddsche“ Kästen für Meisen und andere Vögel sowie für Fledermäuse aufgehängt werden. „Die sechs Kästen haben wir vom Rhein-Kreis Neuss aus einem Förderprogramm erhalten.“

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