Fahrradverkehr in Grevenbroich Neue Radwege sollen schneller nach Neuss führen

Grevenbroich · Die Grünen plädieren für neue Radwege entlang der L 142 und der L 201. Es gibt verschiedene Vorschläge – mit Vor- und Nachteilen. Worüber genau diskutiert wird.

Im Nadelöhr zwischen Jägerhof und Wehl herrscht reger Auto- und Lkw-Verkehr – Radfahrer haben dort nur wenig Platz.

Im Nadelöhr zwischen Jägerhof und Wehl herrscht reger Auto- und Lkw-Verkehr – Radfahrer haben dort nur wenig Platz.

Foto: Wolfgang Walter

Gefährlich leben Radfahrer auf der Landesstraße 142 zwischen Jägerhof und Stadtgrenze. Ein Radweg fehlt ebenso wie ein Seitenstreifen. Radler müssen im dichten Autoverkehr zuweilen brenzlige Überholmanöver überstehen. Kein Wunder, dass sich nur wenige, meist hart gesottene Fahrradfahrer auf diese Piste trauen. Im Auftrag von CDU, FDP und UWG/Freie Wähler-Zentrum hat die Kreisverwaltung nun drei Varianten für Radwegeverbindungen im Grevenbroicher Norden Richtung Neuss untersucht.

Auch die Kreistagsgrünen machen Vorschläge. „Wir müssen Radwege schaffen, damit das Fahrrad auch auf mittleren und längeren Strecken zum Alltags-Fortbewegungsmittel wird“, sagt Dirk Schimanski. Der Grevenbroicher Kreistagsabgeordnete und mobilitätspolitische Sprecher der Fraktion fährt selbst auf dem E-Bike viele Kilometer zur Arbeit. Im „Gesamtregionalen Radverkehrskonzept Rheinisches Revier“ ist laut den Grünen eine Radschnellverbindung im Grevenbroicher Norden bislang als Linie, aber ohne konkrete Trasse eingeplant. Unter den vom Kreis geprüften Strecken wäre ein Radweg entlang der L 142 die kürzeste Verbindung, aber mit 1,47 Millionen Euro Kosten auch die teuerste. Für den Bau zuständig wäre Straßen NRW. Mit 265.000 beziehungsweise 305.000 Euro preiswerter wäre der Ausbau von Wirtschaftswegen vom Jägerhof entweder über Neukirchen und Lohhof bis Neuss-Hoisten oder über Münchrath und Speck bis Hoisten.

Allerdings sind diese Verbindungen länger, die Kreisverwaltung sieht ein „Akzeptanzproblem“ wegen des Umwegs. Ähnlich argumentiert Schimanski. „Von den drei Varianten favorisieren wir die entlang der L 142. Die anderen sind schön gelegen, aber keine direkten Verkehrsachsen.“ Schimanski schlägt noch eine andere Strecke vor: von Kapellen auf der L 201 an Hombroich vorbei nach Holzheim und Neuss. „Das ist etwa für Berufspendler aus den bevölkerungsreichen Stadtteilen Wevelinghoven und Kapellen eine interessante Verbindung. Wir sehen Bedarf für beide Verbindungen an L 201 und L 142.“

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