1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Naturschützer legen Wildwiese im Landesgartenschau-Gelände an

BUND Grevenbroich startet Insekten-Projekt : Naturschützer legen Wildwiese im Gartenschau-Gelände an

Gegenüber dem Wahrzeichen der Landesgartenschau unternimmt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) aktiv etwas gegen das Insektensterben: Auf einer Grünfläche nahe des Ettl-Rades wurde jetzt mit den Vorbereitungen für eine Wildwiese begonnen, die im Herbst eingesät wird. Im nächsten Frühjahr soll es dort summen und brummen.

Die Aktiven um Rolf Behrens und Henning Walther haben die etwa 1300 Quadratmeter große Fläche gemäht und das gesamte Mahdgut am Rand des Areals aufgeschichtet. Angereichert mit Ästen und Reisig, soll dieser Haufen künftig einen Unterschlupf für Igel bieten. „Mit ein ein wenig Glück könnten sich dort auch Ringelnattern zum Brüten einfinden“, sagt Rolf Behrens.

Die nun gemähte Fläche wird Ende September, Anfang Oktober noch mit einer Fräse bearbeitet, bevor die Einsaat beginnt. „Wir haben uns bereits spezielles Saatgut besorgt, das zu unserer Region passt und der heimischen Insektenwelt viel Nahrung bieten wird. Also nichts aus dem Baumarkt, sondern etwas Vernünftiges“, betont der Grevenbroicher. Läuft alles wie geplant, sollen die ersten Pflanzen im Mai nächsten Jahres blühen – bis in den Sommer hinein.

Ergänzt wird die Wildwiese mit mehreren Sand-Nistplätzen für Erdbienen, die der BUND gemeinsam mit heimischen Kindertagesstätten anlegen möchte. Und für die Pflege des Areals wollen die Natur- und Umweltschützer auch sorgen: „In den nächsten Jahren müssen Teile der Fläche immer wieder mal gemäht, gefräst und neu eingesät werden – das werden wir übernehmen“, sagt Rolf Behrens. Für diese Arbeiten werden übrigens noch freiwillige Helfer gesucht.

  • Wolfgang Tylus baut eigene Nistkästen für
    Einsatz in Dormagen : Naturschutz an allen Ecken
  • Naturverbunden: Pflanzen, Tiere und Artenvielfalt allgemein
    Naturschutz in Rommerskirchen : „Vereinzelte Blühstreifen allein retten die Artenvielfalt nicht“
  • Es geht um diesen Kreisel in
    Kreisverkehr in Grevenbroich : UWG drängt auf Lösung für Neukircher Kreisel-Problem

Wird das Paradies für Insekten angenommen, soll ein weiterer Schritt auf die gegenüber liegende Apfelwiese unternommen werden. Der BUND kümmert sich bereits seit 2008 um den Schnitt der dort stehenden 120 Obstbäume und möchte in deren Umfeld weitere kleinere Areale abstechen, um dort ebenfalls Wildwiesen anzulegen. Das Ziel: Naherholung und Insektenschutz sollen dort unter einen Hut gebracht werden. Über ein entsprechendes Konzept soll mit den Stadtbetrieben verhandelt werden.

Der BUND ist zuversichtlich, dass sich auf der nun gemähten Fläche schon im kommenden Jahr zahlreiche Insekten- und Käferarten einstellen werden. „Ich bin sicher, dass wir dort auch auf die eine oder andere Art treffen werden, von der wir überrascht sind, dass es sie in unserer Region noch gibt“, sagt Behrens.