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Grevenbroich: Natur erobert Verbindungsweg in der Südstadt zurück

Bürgermonitor : Natur erobert Verbindungsweg zurück

Der kleine Pfad entlang der Waldwiese hat eine große Aufgabe: Er gilt als wichtige Verbindung für die Südstädter zur City und als Schulweg für viele Kinder und Jugendliche. Allerdings ist er in einem beklagenswerten Zustand.

Der 1995 zur Landesgartenschau angelegte Weg, der die Straße „Zur Waldwiese“ mit dem Bend und der Innenstadt verbindet, hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt. Immer mehr erobert sich die Natur das Stück Land zurück, der Pfad ist mit den Jahren gut um einen Meter schmaler geworden. Und nicht nur das: An einigen Stellen ragen Bäume und Sträucher in die „Fahrbahn“ hinein. „Wer 1,80 Meter groß ist, muss sich mittlerweile bücken, wenn er nicht von Ästen am Kopf gekratzt werden will“, beklagt Anlieger Martin Zachow (62).

Der Weg wird stark frequentiert. Nicht nur von Südstädtern, die sich zu Fuß oder mit dem Rad in den Bend oder in Richtung City aufmachen. „Viele Kinder und Jugendliche nutzen ihn auch als kurze Verbindung zu den Schulen im Zentrum oder umgekehrt zur Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in der Südstadt“, berichtet Zachow, der sich darüber ärgert, dass die Pflege des Weges vernachlässigt wird. „Seit 25 Jahren ist hier nichts dran getan worden“, sagt der 62-Jährige.

Damit spricht Zachow auch den Zustand des Weges an, der mit Schlaglöchern übersät ist und auf dem sich nach Regenfällen regelmäßig große Pfützen bilden. Und auch die schönen Laternen, die entlang des Pfades stehen, geben Grund zur Klage: Die Lampen sind fast nicht mehr zu sehen, weil sie von Bäumen überwuchert wurden. „Sie dienen nicht mehr der Beleuchtung, sondern ausschließlich nur noch dem Pflanzenwuchs“, meint der Anlieger. Martin Zachow hat das im Rathaus beklagt – allerdings mit mäßigem Erfolg. „Es wurde lediglich ein Sparschnitt vorgenommen“, sagt er.

 Obwohl Sportler dort nicht mehr trainieren, wird der Ascheplatz an der Waldwiese noch regelmäßig von der Stadt gepflegt.
Obwohl Sportler dort nicht mehr trainieren, wird der Ascheplatz an der Waldwiese noch regelmäßig von der Stadt gepflegt. Foto: Martin Zachow
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Was Martin Zachow nicht nachvollziehen kann: Der an den Weg grenzende Ascheplatz, der mittlerweile entwidmet wurde und dem Sportbetrieb nicht mehr zur Verfügung steht, werde in schöner Regelmäßigkeit maschinell gepflegt und geharkt. „Selbst die neue, für immerhin 238.000 Euro angeschaffte Heißwasser-Spezialmaschine wird zur Säuberung der Spielfeldränder eingesetzt, zuletzt Ende Mai“, schildert Zachow.

Er wundere sich darüber, dass die unter Finanznot leidende Stadt für eine solche „Vollpflege“ Geld übrig habe, nicht aber für die Instandsetzung des viel genutzten Weges. Auch darauf hat der 62-Jährige im Rathaus hingewiesen – Ergebnis: „Mir wurde gesagt, dass die Stadt mit der Pflege des Platzes ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkomme.“ Das sollte seiner Meinung nach auch für den Verbindungsweg gelten, inklusive des Abzweiges zur Straße „Am Ständehaus“, auf dem ein aus dem Boden herausragendes Betonrohr eine Unfallgefahr darstelle.

Auch die Ratsfraktion „Mein Grevenbroich“ hat den Zustand des „wichtigen Verbindungsweges“ beklagt, insbesondere die Überflutungen nach längeren Regenperioden. Sie hat die Stadt beauftragt, zu prüfen, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Das Ergebnis: Die Schlaglöcher sollen „mit geeignetem Material“ gestopft werden, darüber hinaus wird eine Mulde angelegt, damit das Regenwasser versickern kann. Diese Arbeiten werden Mitarbeiter der Stadtbetriebe erledigen.

Wer für das Beschneiden der Bäume – vor allem rund um die Laternen, die der NEW gehören – zuständig ist, werde zurzeit im Rathaus ermittelt, betont Stadtsprecher Stephan Renner. Die Pflege des Ascheplatzes, auf dem künftig ein Jugendpark geplant ist, werde fortgesetzt. „Das müssen wir aufgrund der Verkehrssicherheitspflicht erledigen“, sagt Renner.