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Grevenbroich: Nachwuchs-Regisseur David Ilgenstein dokumentiert Öko-Projekt in Grevenbroich

Von Kronkorken und Biertempel : Nachwuchs-Regisseur porträtiert Müll-Sammler aus Grevenbroich

David Ilgenstein ist 19 Jahre alt und will Regisseur werden. In seinem aktuellen Filmprojekt dokumentiert der Kapellener, wie der Biertempel an der Erft per Müll-Sammel und Kronkorken-Aktion neu gestaltet wird.

Die Welt, in der er lebt, möchte er schützen und gestalten. Deshalb mischt David Torben Ilgenstein nicht nur bei Projekten zum Umweltschutz mit. Zurzeit dreht er seine erste Filmdokumentation zum Thema. Er begleitet das Achtsamkeitsprojekt von Claudia Middeldorf. „Wenn alles klappt, wollen wir den Film zum City-Frühling zeigen“, erzählt er über die angedachte Premiere. Geplant sei auch, das Image-Video auf der städtischen Homepage zu hinterlegen und möglichst viele Schulen zu interessieren, um den nachhaltigen Gedanken weiter zu verbreiten.

 David Ilgenstein porträtiert die Müll-Sammler aus Grevenbroich, die den Biertempel aufhübschen. Beim Aufräumen wurde unter anderem auch eine alte Sense gefunden.
David Ilgenstein porträtiert die Müll-Sammler aus Grevenbroich, die den Biertempel aufhübschen. Beim Aufräumen wurde unter anderem auch eine alte Sense gefunden. Foto: Carmen von Borzestowski

Seit vergangenem Sommer ist die 56-Jährige Middeldorf zusammen mit Freunden Müllaufleserin und bekennende Kronkorken-Sammlerin. Die Elsenerin gestaltet aus diesen weggeworfenen Kapseln kleine Kunstwerke, die schon bald den derzeit ziemlich maroden Biertempel neu in Szene setzen sollen.

„Mich interessiert, was andere Leute bewegt“, erzählt der 19-Jährige über die Aktion, die er in Bildern festhält. Das Medium Film fasziniert ihn schon lange, erklärtes Vorbild ist Regie-Legende Steven Spielberg. „Er schafft es immer, Geschichten zu erzählen, die andere erreichen und inspirieren.“ Als weiteren Meilenstein des Genres beschreibt er Alfred Hitchcock, „inzwischen ein Klassiker, der einst das Medium revolutioniert hat mit seiner Art, Geschichten zu erzählen“.

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David Ilgensteins erste Beiträge sind ebenfalls sehenswert, für die Flüchtlingshilfe „Recht auf Spiel“ inszenierte er einen Stop-Motion-Film mit Lego-Fiuren, „Race accross Germany 2018“ wurde für einen Freund erstellt und läuft noch immer bei You Tube.

Derzeit absolviert David Ilgenstein an der Internationalen Schule Neuss seine Prüfungen für sein „International Baccalaureate“. Und hat klare Ziele: „Ich möchte zum Studium nach England“, am liebsten ginge er nach London – um dort Film zu studieren. „Eine harte Branche, keine Frage. Aber ich will es versuchen.“ Es ginge auch darum zu erproben, in welchem Genre er sich durchsetzen könnte. Drei Angebote verschiedener Universitäten liegen ihm vor. Kommunikationsschwierigkeiten erwartet er nicht, an der von ihm besuchten Schule wird nur englisch gesprochen.

Dass er jetzt so engagiert die noch titellose Kronkorken-Biertempel-Aktion als Jung-Filmer begleitet, hängt nicht nur mit seinem Berufswunsch zusammen, Natur ist ihm ein „echtes Anliegen“. In Paris geboren und mit Zwischenstopp in Warschau lebt er inzwischen wieder in Kapellen. „Hier bin ich aufgewachsen“, erzählt er. „Ein Stubenhocker war ich nie“, nicht nur vor der eigenen Haustür ist er „gerne im Freien“, auch seine Hobby führen ihn raus.

Zum Bouldern erklimmt er bevorzugt luftige Höhen Im Wald von Fontainebleau, ebenfalls in Frankreich will er in diesem Jahr auf den Mont Blanc klettern. Und als begeisterter Taucher begeistern ihn liquide Welten. „Da siehst du nicht nur Schönes, sondern jede Menge Umweltzerstörung“, klagt er. Jammern aber ist nicht seins, er gründete das „Ocean Cleaning Project“, für das er „das Gespräch mit Leuten vor Ort sucht, um sie zu sensibilisieren“. So wie jetzt mit dem Kronkorken-Beitrag, der „hoffentlich viele erreicht“.