Ausstellung in Grevenbroich Nachwuchs-Architektinnen zeigen Entwürfe auf hohem Niveau

Grevenbroich · Sechs Mädchen haben im Rahmen eines Architektur-Workshops Gebäude gezeichnet und modelliert, jede nach ihren Vorstellungen. Die Ergebnisse waren sehr gut.

Die Nachwuchs-Architektinnen zeigen stolz ihre Arbeiten, die im Architekturbüro von Alexander Mundt zu sehen waren.

Die Nachwuchs-Architektinnen zeigen stolz ihre Arbeiten, die im Architekturbüro von Alexander Mundt zu sehen waren.

Foto: Dieter Staniek/Dietert Staniek

  Melina Mundt ist 14 Jahre alt und besucht das Erasmus-Gymnasium. Sie und fünf andere Mädchen hatten am Architektur-Workshop des Fördervereins der Jugendkunstschule teilgenommen. Dort hatten sie Zeichnungen von Gebäuden nach ihrem Geschmack erstellt und anschließend ein Modell aus speziellen Materialien gefertigt. Dieses kreative Tun hatte ihnen viel Spaß gemacht. Gezeigt wurden die Arbeiten am Samstag im Architekturbüro Werkgemeinschaft Quasten-Mundt, Lindenstraße 31. Alexander Mundt, 47 Jahre alt und der Vater von Melina, lobte das, was die jungen Damen da geschaffen hatten: „Das ist durchaus erstsemestertauglich, die Entwürfe und die Modelle haben ein sehr gutes Niveau.“

Norbert Hompesch hatte als Dozent der Jugendkunstschule den Kurs geleitet. Der Architekturworkshop hatte an drei Nachmittagen stattgefunden, die Teilnehmerinnen standen also schon ein bisschen unter Stress. Dass kein einziger Junge teilgenommen hatte, hat Norbert Hompesch nicht überrascht. Mit einer Skizze fing alles an. Schwer zu sagen, ob Häuser mit Flachdach von den Teilnehmerinnen favorisiert werden, oder ob der Grund dafür, dass sich fünf der sechs Teilnehmerinnen dafür entschieden hatten, weil ein entsprechendes Modell einfacher zu erstellen ist. Lediglich Emma Circuelos Thomas zeigte jetzt ein Modell mit Satteldach. Weitere Gestaltungselemente waren eine großzügige Verglasung, eine Offenheit und eine große Terrasse. Zum Einsatz kamen Materialien wie Styropor und ein spezielles, besonders gut für Modelle geeignetes Holz. Einige Gestaltungsmerkmale wiesen alle sechs Entwürfe auf. Mit Glasflächen wurde großzügig umgegangen, ebenso wie mit Terrassen. Mal waren sie im Erdgeschoss geplant, dann in der ersten Etage, aber auch auf dem Dach: Line Hamacher hatte eine begehbare Dachterrasse und eine Rasenfläche geplant. Architektonisch besonders interessant: der Entwurf von Elisa Bulich. Das Gebäude besteht im Grunde aus zwei Teilen, ein Teil hat eine L-Form. „Das könnte ein Bürogebäude sein, aber auch ein Museum“, erklärte die 14-Jährige ihren skulpturalen Entwurf.

Die aktuelle Architektur mit viel Licht und Flachdach hatte auch Jana Russ umgesetzt, ebenso wie Luna Hein. Norbert Hompesch war mit den Arbeiten durchweg zufrieden. Und er hat eine gute Nachricht für Kids, die sich ebenfalls für Architektur interessieren. Am 10. Februar startet der Kurs „Jugend-Architektur-Club Experiment Architektur“. Er findet zwölfmal freitags von 17 bis 18.30 Uhr statt und kostet 105.30 Euro. Kreative Köpfe ab 12 Jahre sind gefragt. Jungs hätten gute Chancen, „Hahn im Korb“ zu sein. Es geht um Ästhetik, um die Kunst, Schönheit und Funktionalität in Einklang zu bringen.