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Grevenbroich: Nach drei Online-Sessions gab es nun ein „analoges“ Musiker-Treffen

Musik in Grevenbroich : Nach drei Online-Sessions gab es nun ein „analoges“ Musiker-Treffen

Drei Online-Sessions gestalteten 13 Musiker gemeinsam, jeder von seinen eigenen vier Wänden aus. Die Initiative dazu war von Jenny Görgens ausgegangen. Nun gab es ein Nachtreffen.

Insgesamt 13 in Grevenbroich lebende oder in engem Bezug zu dieser Stadt stehende Musiker hatten auf Jenny Görgens gehört. Die 41-Jährige, die neben kleineren Konzerten auch „Rock this Town“ organisiert, hatte die Idee zu einem gemeinsamen Projekt ganz ohne Infektionsgefahr: Die 13 Frauen und Männer arbeiteten in den eigenen vier Wänden, ganz ohne Kontakt zu anderen ihrer Zunft, an Online-Sessions.

Jeder trug einen Teil dazu bei, dass aus den Einzelteilen ein harmonisches, facettenreiches Ganzes wurde. Insgesamt sind so drei Online-Sessions entstanden. Jenny Görgens war es auch darum gegangen, dass Songs ausgewählt werden, die thematisch zu dieser Ausnahme-Zeit passen. Schließlich einigte man sich auf „One“ von U 2, „The Times they are a-Changin’“ von Bob Dylan sowie „Losing my Religion“ von R.E.M. Ein Nachtreffen vor dem Café Extrablatt bot jetzt den Beteiligten, die sich zum Teil vorher gar nicht kannten, die Möglichkeit zu einem Austausch.

Viola Hellweg aus Butzheim ist mit ihren neun Jahren die jüngste Teilnehmerin an dem Projekt. „Ich habe Geige gespielt in dem dritten Video“, sagte die Schülerin nicht ohne Stolz. Vater Michael spielte Gitarre und Mutter Christine sang den R.E.M.-Klassiker. Ebenfalls mit dabei waren Michael Dorp (51) und seine Lebensgefährtin Virginia Lisken (56). Er machte deutlich, welche Auswirkungen die Corona-Krise für ihn hat: „Virginia und ich treten gemeinsam mit Jo Lisken als das Trio „Summer of Love“ auf – insgesamt wurden gut 30 Auftritte abgesagt.“ Zum finanziellen Schaden von „einigen tausend Euro“ komme der Verzicht auf den Kontakt zum Publikum.

Justine Catran (36) und ihr aus Kalifornien stammender Vater Steve (73) beteiligten sich ebenfalls an dem außergewöhnlichen Projekt und hatten ihren Spaß. Er spielte das ungewöhnliche Instrument Dulcimer. Vor dem Café Extrablatt kamen schnell gute Gespräche zustande. Die Musiker vertieften vorhandene Kontakte beziehungsweise intensivierten lange bestehende Beziehungen. Hein Paffenholz mit seinen 67 Jahren kannte sie alle.

Aus den musikalischen Puzzle-Teilen ein Ganzes zusammenzufügen, diese Aufgabe hatte Frank Vogelsang bei den ersten beiden Produktionen und Roger Weitz bei der letzten Produktion übernommen. Mit den Ergebnissen waren alle mehr als zufrieden.

Wer die Videos sehen möchte: Einfach Corona Video Grevenbroich googeln.