1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Mysteriöser Bier-Laster wieder da

Aufsehen in Grevenbroich : Mysteriöser Bier-Laster ist wieder da

Da wurde etwas zu früh im Rathaus aufgeatmet. Kaum waren die städtischen Ordnungshüter davon ausgegangen, dass sie den lästigen Bier-Laster endlich quitt sind, da tauchte er schon wieder auf. Nicht weit vom alten Standort entfernt, nur ein paar Straßenecken weiter.

Jetzt will die Stadt handeln und ihn räumen lassen. Auf Kosten des Eigentümers, den bislang aber niemand kennt. Der Anhänger hatte Mitte Juli für einen Großeinsatz der Grevenbroicher Feuerwehr gesorgt. Weil eine unbekannte Flüssigkeit aus ihm tröpfelte, wurde vorsichtshalber ABC-Alarm ausgelöst. Doch ebenso schnell konnte Entwarnung gegeben werden: Denn was da aus dem an der verlängerten Lindenstraße geparkten Hänger sickerte, war nur Dosenbier – längst abgelaufen und ungenießbar.

Da der Auflieger kein Kennzeichen hat, haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes versucht, den Halter über die Fahrgestellnummer ausfindig zu machen. Dabei fanden sie heraus, dass das Fahrzeug in Großbritannien angemeldet ist. Weitergehende Recherchen waren allerdings nicht mehr notwendig, nachdem der Hänger in dieser Woche über Nacht verschwand. Offensichtlich hatte der Eigentümer ihn abgeholt, vermutete Stadtsprecher Stephan Renner.

Doch weit gefehlt: Er wurde zur Alfred-Nobel-Straße im Industriegebiet Ost geschleppt und ordnungsgemäß geparkt. Dort dürfte er 14 Tage lang stehen bleiben, bis dass die Stadt ihn abschleppen lassen darf. Dass sie aber vor Ablauf dieser Frist handeln wird, liegt an der Ladung: „Bei den derzeit herrschenden Temperaturen stellt der Wagen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar“, sagt Renner. Da das gärende Bier etwa Fliegen und anderes Ungeziefer anlocken, zudem Geruchsbelästigungen verursachen könne, müsste die Ladung geräumt und anschließend entsorgt werden.

„Das wird in der kommenden Woche geschehen“, kündigt Stephan Renner an. Gleichzeitig würden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ihre Recherchen in Sachen Halter fortsetzen. „Wir haben ein reges Interesse an ihm“, betont der Rathaussprecher. Denn der große Unbekannte soll schließlich für die Kosten der angekündigten Räumungs-Aktion aufkommen.