1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Mutmaßlicher Dieb von Ferrari sitzt jetzt in U-Haft

Luxus-Auto in Grevenbroich geparkt : Mutmaßlicher Ferrari-Dieb sitzt in U-Haft

Nach dem spektakulären Diebstahl eines Luxus-Oldtimers 2019, der auch in der Grevenbroicher Südstadt für Aufsehen gesorgt hatte, wurde ein 45-jähriger Franzose nun an die deutschen Behörden ausgeliefert.

Zwei Jahre nach dem spektakulären Diebstahl eines mehr als zwei Millionen Euro teuren Ferraris ist der mutmaßliche Dieb an die deutschen Behörden ausgeliefert worden. Das berichtete die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Montag. Der Mann sei in Frankfurt am Main den Behörden überstellt worden und sitze nun im Düsseldorfer Gefängnis in Untersuchungshaft. Der einschlägig bekannte 45-jährige Franzose hatte zunächst in Frankreich in anderer Sache eine Haftstrafe verbüßen müssen. Gegen den Verdächtigen werde wegen des Diebstahls in Kürze Anklage erhoben, sagte Staatsanwältin Laura Hollmann.

Der Franzose hatte sich im Mai 2019 bei einem Oldtimerhandel in Düsseldorf als Kaufinteressent ausgegeben. Als er während der Probefahrt im benachbarten Neuss ans Steuer des Wagens durfte, fuhr er beim Fahrerwechsel mit dem 400-PS-Gefährt davon und ließ den verdutzten Verkäufer am Straßenrand stehen. Einen Tag nach der Tat war der Ferrari in der Grevenbroicher Südstadt sichergestellt worden. Ein Zeuge hatte die Polizei auf die richtige Spur gesetzt.

  • Luxus-Oldtimer an „geheimem Ort“ : Ferrari-Dieb weiterhin auf der Flucht - Polizei ist optimistisch
  • Nach Diebstahl von Luxus-Oldtimer in Düsseldorf : Ferrari-Dieb sitzt in Frankreich im Gefängnis
  • Spektakulärer Coup in Düsseldorf : Mutmaßlicher Dieb von Zwei-Millionen-Euro-Ferrari ausgeliefert

Abgestellt wurde der 1985 vom Band gerollte 288 GTO in einem Garagenhof an der Neuenhausener Straße. Und dort gab der mutmaßliche Autodieb buchstäblich Gas. In der nahe gelegenen Schrebergartenanlage wurden Laubenpieper vom Gebrüll des 400 PS starken 2,8-Liter-V8-Motors aus ihrer Ruhe aufgeschreckt, schon kurz darauf bildete sich eine kleine Menschentraube rund um den Ferrari. Der Dieb legte es offenbar nicht darauf an, unauffällig zu bleiben.

Dass die Ermittler den Super-Sportwagen so schnell sicherstellen konnten, war einem Südstädter zu verdanken. Er hatte im Internet vom Diebstahl eines wertvollen Oldtimers gelesen, angesichts des Ferrari-Sounds seine eigenen – richtigen – Schlüsse gezogen und die Polizei verständigt. Die holte den Wagen ab und brachte ihn eine Halle im Industriegebiet Ost.

In dem geheim gehaltenen Gebäude beschäftigten sich die Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) mit dem Geschoss, dessen Erstbesitzer laut Verkaufsanzeige der Ex-Formel-1-Pilot Eddie Irvine gewesen sein soll. Das Fahrzeug wurde auf Fingerabdrücke, DNA- und Faserspuren untersucht. Einen Monat nach dem Diebstahl des Luxus-Oldtimers konnte der mutmaßliche Dieb ermittelt werden. Wie die Polizei mitteilte, saß der damals 43-Jährige in einem Gefängnis im französischen Departement Oise, um dort eine Haftstrafe zu verbüßen.

Der Diebstahl und die Sicherstellung in Grevenbroich hatten internationale Beachtung gefunden. Von dem knallroten Luxus-Auto gibt es weltweit weniger als 300 Modelle.

(wilp/dpa)