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Grevenbroich: Museum zeigt jetzt Sport-Geschichte(n)

Eröffnung in Grevenbroich : Museum zeigt jetzt Sport-Geschichte(n)

In der Villa Erckens wird mit vielen Fotografien an Athleten aus der Schlossstadt erinnert, die es zu nationalen und internationalen Erfolgen gebracht haben. Aber nicht nur: Auch die heimische Sport-Historie kommt nicht zu kurz.

In der Mitte des Raums steht ein Boot. Es ist ein ganz besonderes. Denn in dem zartblauen Kajak holte Heide Schröter im Sommer 1967 eine Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Špindlerův Mlýn (Spindlermühlen). Den Einsitzer mitsamt Paddel hat die Grevenbroicherin mehr als 50 Jahre sorgsam aufbewahrt – und er ist nun Blickfang einer Ausstellung, die diesen Donnerstag im Museum der niederrheinischen Seele eröffnet wird.

„Grevenbroicher Sport-Geschichte(n)“ heißt die Schau, die zwar viele Dokumente vergangener Jahrzehnte präsentiert, aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. „Das wäre unmöglich“, sagt Museumsleiter Thomas Wolff. „Denn der Grevenbroicher Sport ist so vielfältig, dass es kaum machbar wäre, alles zu zeigen.“ Zusammengestellt wurde die Ausstellung von dem Wevelinghovener Sammler Jürgen Larisch, der in den vergangenen Monaten in engem Kontakt mit heimischen Sportvereinen war.

 Jürgen Larisch (vorne) und Thomas Wolff mit dem Weltmeister-Kajak.
Jürgen Larisch (vorne) und Thomas Wolff mit dem Weltmeister-Kajak. Foto: Wiljo Piel

Die Kanuten nehmen natürlich einen großen Teil der Ausstellung ein – denn in Sachen Wassersport lag Grevenbroich einmal ganz vorne. Mit zum Teil actionreichen Fotografien wird an Sportler wie den Wevelinghovener Walter Gehlen erinnert, der bei vier Weltmeisterschaften dabei war, etliche Meistertitel errang und für seine sportlichen Erfolge von höchster Stelle ausgezeichnet wurde. Der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke verlieh ihm das Silberne Lorbeerblatt, die dazu gehörende Urkunde wird nun im Museum ausgestellt.

 Glänzend: der Pokal der erfolgreichen Hemmerdener Fußballspielerinnen.
Glänzend: der Pokal der erfolgreichen Hemmerdener Fußballspielerinnen. Foto: Wiljo Piel
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Jürgen Larisch, der im vergangenen Jahr eine Bilder-Schau über die Geschichte der Grevenbroicher Cafés organisierte, hat auch diesmal wieder einige seltene Fotos aus der Versenkung geholt. „Die ältesten Bilder stammen aus den 1890er Jahren“, sagt er und zeigt auf vergilbte Großformate, die stolze Männer neben ihren Hochfahrrädern zeigen. „Damals gründeten sich in Grevenbroich die ersten Fahrradclubs“, schildert Thomas Wolff. „Mitglieder waren in der Regel wohlhabende Bürgersöhne. Denn die verfügten über das nötige Geld, um sich die damals sehr teuren Räder leisten zu können.“

 Es sind aber nicht nur Fotografien, die im Dachgeschoss der Villa Erckens gezeigt werden. Zu den Ausstellungsstücken zählen auch Plakate, die etwa an die „5. leichtathletischen Kampfspiele“ erinnern, die der VfL Grevenbroich am 24. Juli 1932 „auf der Kampfbahn am Alten Schloss“ ausrichtete. Am Start: „Die beste deutsche Klasse der westdeutschen Großvereine.“ Und auch Postkarten sind zu sehen, zum Beispiel die vom Stiftungsfest des Turnklubs Grevenbroich, das anno 1900 ausgerichtet wurde. Darauf zu sehen sind ebenso stolze wie starke Männer mit Schnauzbart beim Heben von Gewichten und Turnen an den Schaukelringen.

 Empfang für die WM-Sieger Heide Schröter und Walter Gehlen.
Empfang für die WM-Sieger Heide Schröter und Walter Gehlen. Foto: Wiljo Piel

Und nicht zuletzt sind es Medaillen, Pokale und andere Auszeichnungen, die den einen oder anderen bekannten Namen wieder ins Gedächtnis rufen. Allen voran: Doris Faßbender (geborene Baum), die eine exzellente Hürdenläuferin war und 1979 erstmals den Deutschen Meistertitel errang.

Die Ausstellung „Grevenbroicher Sport-Geschichte(n)“ kann bis Sonntag, 2. Juni, in der Villa Erckens besucht werden. „Bis dahin suchen wir weiter nach interessanten Fotografien, mit denen wir die Schau noch ergänzen können“, sagt Jürgen Larisch. Wer also noch etwas Seltenes, Faszinierendes oder einfach Sehenswertes in der Schublade liegen hat, kann sich bei Museumsleiter Thomas Wolff unter der Rufnummer 02181 608641 melden.