Grevenbroich: LED-Lichter sollen 2020 die Weihnachtsbeleuchtung ersetzen.

Weihnachtsbeleuchtung in Grevenbroich : Noch einmal weihnachtet es in altem Glanz

Die Stadt will die Weihnachtsbeleuchtung auf Basis von Glühbirnen durch LED-Lichter ersetzen.

In der kommenden Woche, genauer: am Mittwoch, 27. November, 17 Uhr, geht der Fußgängerzone mehr als nur ein Licht auf: Mit dem Start des Weihnachtsmarktes wird die Weihnachtsbeleuchtung angeknipst. Zum letzten Mal in der gewohnten Form – wenn es nach Bürgermeister Klaus Krützen geht. Denn die Sterne und Flügel gewinnen ihren Glanz durch viele tausend 15-Watt-Glühbirnen. Im kommenden Jahr wollen die Stadt und das Versorgungsunternehmen GWG den Schritt hin zur LED-funkelnden Weihnachtsbeleuchtung der Zukunft vollziehen. Wer‘s bezahlen soll – und wie das am Ende aussieht – sei allerdings noch völlig offen, sagt Stadtsprecher Stefan Renner auf Nachfrage der NGZ. Fest steht bislang nur: „Wenn wir ohnehin die Straßenbeleuchtung in der Innenstadt erneuern, kann man das Thema der Weihnachtsbeleuchtung gleicht mit anfassen.“

Die traditionellen Lichtelemente der Grevenbroicher Adventsbeleuchtung sind in die Jahre gekommen. Elektromeister Günter Heyll musste aktuell 1000 Glühbirnen nachbestellen, damit sämtliche Weihnachtslichter leuchten. Das gelang nur, weil Heyll gute Kontakte hat. Seit dem 1. September 2012 dürfen keine Glühbirnen mehr hergestellt, seit Februar 2016 keine Glühbirnen mehr nach Deutschland importiert werden. LED-Weihnachtslichter wären ungleich effizienter und klimaschonender: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums sind per LED Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent zu erreichen. Und sie halten demnach bis 100.000 Betriebsstunden lang – das Hundertfache der Lebensdauer eine Glühbirne.

Bislang hatte der Werbering die Weihnachtsbeleuchtung zu seinem Projekt erklärt. Städtische Zuschüsse wurden strikt abgelehnt. Die neue Vorsitzende Lene Dunt sieht das offenbar entspannter: „Der Bürgermeister hat mir erklärt, er werde sich darum kümmern.“ Zuletzt war es immer schwieriger geworden, bei den Werbering-Mitgliedern die Betriebskosten der Weihnachtsbeleuchtung aufzubringen. Wie in vielen Städten, tragen hauptsächlich die inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte die Kosten; Filialunternehmen beteiligen sich nicht. Die Startinvestition von mehrere zehntausend Euro für eine komplett neue Weihnachtsbeleuchtung aufzubringen – das hatte der Werbering als nicht finanzierbar zurückgewiesen.

Auch dies ist kein Grevenbroicher Sonderproblem. In Schwelm bei Wuppertal laufen, rudern und radeln die Bürger in einem Fitnessstudio, um Geld für die Weihnachtsbeleuchtung zusammen zu bekommen. In Minden und im hessischen Eltville wurden die LED-Lichterketten durch Spenden finanziert. In Balve, Westfalen, teilen sich Handel und Kommune die Kosten – die Kaufleute zahlen die Leuchtmittel, die Stadt den Strom.