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Grevenbroich: Kursus für pflegende Angehörige an St. Elisabeth

Hilfsangebote für Betreuende in Grevenbroich : Anleitungen und Tipps für pflegende Angehörige

Wer Verwandtschaft zu Hause pflegt, braucht Anleitungen. Ein kostenloser Kursus an der Klinik St. Elisabeth führt ins Thema ein.

Wird ein Mensch pflegebedürftig, ist immer auch sein Umfeld betroffen. Dem demografischen Wandel geschuldet, nimmt die Zahl Älterer und Pflegebedürftiger zu. Und um Angehörigen dieser Klientel Rüstzeug für die Betreuung zu Hause zu geben, bietet das St. Elisabeth einen entsprechenden Kursus an.

Irmgard Reschke (li), hier mit Sigrid Weriwal, leitet den Kursus . Foto: Dieter Staniek

„Das Projekt wurde 2008 initiiert“, sagt Irmgard Reschke, examinierte Krankenschwester und seit sechs Jahren als Lehrende dabei. „Die Nachfrage ist groß“, sagt die Fachkraft und weiß um die Not der Betroffenen. Die Verwandtschaft zu pflegen, ist eine anstrengende Tätigkeit – körperlich wie emotional. „Aber viele Menschen wollen, so lange es möglich ist, zu Hause bleiben.“ Das gewohnte, private Umfeld sei eben durch nichts zu ersetzen. In besonderem Maße gilt das für demenziell Veränderte. Damit die Grenzen der heimischen Versorgung und Betreuung nicht zu schnell erreicht sind, werden in drei mal drei Stunden Grundzüge der Pflege vermittelt. Maximal 12 Leute können pro Kursus teilnehmen, denn zum Auftakt soll jeder der Beteiligten formulieren, was seine persönlichen Anliegen sind, also welches Pflegeproblem er habe.

Eines der großen Themen sei immer die Beweglichkeit, wie Irmgard Reschke zur Mobilisation ausführt. Dabei gehe es nicht allein um die rückenschonende Arbeit, sondern auch um die Sicherheit. „Wichtig ist, dass sich die Pflegenden nicht überanstrengen.“ Tipps gibt es auch dazu, wie die Selbstständigkeit der zu Pflegenden gefördert und verstärkt werden kann. Was etwa zu tun ist, wenn jemand zu Boden stürzt und nicht mehr aufstehen kann. Des Weiteren sollen Körperpflege, Inkontinenz inklusive, und  Positionsunterstützung vermittelt werden. Letzteres meint: Wie füttere ich Patienten bei Schluckstörungen mit einem Quark. „Es ist immer der zu Pflegende, der das Tempo bestimmt“, sagt die Fachfrau und gibt damit einen wichtigen Punkt in Sachen Geschwindigkeit und Geduld vor. „Anders geht es nicht, gerade bei Dementen.“

Vermittelt werden soll aber auch das umfassende Angebot der im Netzwerk vertretenen Gruppen, Organisationen und Vereine. „Der Austausch der Pflegenden mit ihren Problemen, die Sorgen und das latente Gefühl der Überforderung sind wichtige Aspekte.“ Den Pflegern zu vermitteln, nicht alleine zu sein und auch selbst Hilfe in Anspruch nehmen zu dürfen und zu sollen, sei wichtig.

Der Kursbeginn „Pflege zu Hause“ ist am 31. Oktober, der Termin findet an drei Donnerstagen jeweils 14 bis 17 Uhr statt. Der Kursus ist kostenlos und richtet sich an maximal 12 Teilnehmer. Mehr Infos gibt es unter Telefon 02181 6005460.