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Grevenbroich: Kult-Band "Stixx" geht in die letzte Runde

Nach 20 Jahren ist Schluss : Kult-Band „Stixx“ geht in die letzte Runde

Zum Jahresende wird sich beliebte Formation auflösen. Die Musiker, die seit zwei Jahrzehnten zusammen spielen, wollen sich aber noch vernünftig von ihren Fans verabschieden. Ein großes „Goodbye-Konzert“ ist in der Planung.

Eigentlich war die Gruppe als einmaliger Gag geplant. Beamte und Angestellte aus dem Rathaus wollten mal zeigen, dass sie so richtig abrocken können. Das kam beim Publikum an – so gut, dass „Stixx“ zur Grevenbroicher Kult-Band wurde. Deren Tage sind nun gezählt. Denn zum Ende des Jahres wird sich die Formation auflösen – um im Mai 2020 noch ein Abschiedskonzert zu geben. Danach wird aber endgültig Schluss sein. Nach immerhin 20 Jahren.

„Die Entscheidung steht, auch wenn sie weh tut“, sagt Bandsprecher Arnold Küsters. Streit habe es nicht gegeben, im Gegenteil. In der Band herrsche Harmonie, gerade jetzt, wo es auf die Zielgerade geht. Warum sich „Stixx“ dennoch auflösen: Frontmann und Mastermind Wolfgang Brandt hat den Musikern schon vor einiger Zeit zu verstehen gegeben, dass er gerne Abschied von der Bühne nehmen möchte. Auch aus Altersgründen. Der Sänger, Gitarrist und ehemalige Stadtarchivar wird in diesem Jahr 70. Time to say goodbye.

Brandt, der vorher bei „Last Order“ den Ton angab, hatte „Stixx“ vor gut zwei Jahrzehnten aus der Taufe gehoben. Legendär war der erste Auftritt, den die Musiker noch unter den Namen „Wolfgang & Friends“ bestritten. „Das war in der Sauna des Montanushofs“, erinnert sich Harmonikaspieler Küsters. Die (übrigens bekleideten) Musiker brachten 200 Freunde in Wallung – und der Rest ist ein Stück lokaler Rock-Geschichte.

Wie viele Gigs sie gespielt haben, hat keiner gezählt. „Es waren etliche“, berichtet Arnold Küsters. Nicht nur in und rund um Grevenbroich haben die Cover-Rocker für Stimmung gesorgt, sondern auch in der Schweiz und im Allgäu. Und natürlich in der französischen Partnerstadt St. Chamond. Die ließ „Stixx“ allerdings in Stich und versäumte es, die bestellte Verstärkeranlage aufzustellen – worauf die Grevenbroicher Musiker mit einem Unplugged-Konzert reagierten. Wobei, nebenbei bemerkt, sehr viel Rotwein mit im Spiel gewesen sein soll. Der absolute Höhepunkt war jedoch Krefeld: Die Band machte den Einheizer für Eric Burdon – und lernte das Rock-Urgestein persönlich kennen.

Die Mischung war es, die „Stixx“ so beliebt machte. „Wir haben immer die Musik gespielt, die wir auch gerne selbst geschrieben hätten“, sagt Arnold Küsters augenzwinkernd. Von BAP bis zu den Stones, von Collins bis Cocker, von Status Quo bis Dire Straits – gespielt wurden Klassiker und „modernes Zeug“, stets im eigenen Sound. Immer ausverkauft, sobald angekündigt, waren die Weihnachtskonzerte mit selbst gebackenen Plätzchen der Band-Frauen. Das alles wird fehlen.

Die vertraglich vereinbarten Konzerte werden Wolfgang Brandt, Ernest Conrads, Hans-Georg Knuppertz, Arnold Küsters, Reiner Lange, Wilfried Moll und David Schmitz noch in diesem Jahr über die Bühne bringen – unterstützt von Rock-Röhre Nicole Tulke, die „Stixx“ als Gastsängerin begleiten wird. „Danach werden wir uns darauf vorbereiten, uns vernünftig von den Fans zu verabschieden“, sagt Küsters. Am 16. Mai 2020 will die Band bei einem Konzert im Hangar des Aero-Clubs noch einmal alles geben, für das Publikum, das mit ihr älter geworden ist. Und das war’s dann.

Für immer? Vielleicht – aber nicht unbedingt. „Ich möchte nicht ausschließen, dass wir in irgendeiner Form mit dem einen oder anderen Musiker noch einmal auftreten werden“, sagt Arnold Küsters. „Als ,Stixx‘ oder nicht – das wird die Zeit zeigen.“