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Grevenbroich: Künstler zeigen Werke im früheren Juwelier Poser

Am Markt in Grevenbroich : Künstler stellen ihre Werke in Abbruch-Immobilie zur Schau

Premiere in einem Haus, das es nicht mehr lange geben wird: Die Produzenten-Galerie Dielämmer hat in den Räumen des früheren Juweliers Poser eine Ausstellung eröffnet. Was dort gezeigt wird und wie sich die Kunst deuten lässt.

Am Freitagabend hat es eine Premiere im Herzen von Grevenbroich gegeben: Im Haus Am Markt 16, wo seit ewigen Zeiten ein Juwelier seine edle Ware feilbot, stellen noch bis zum 20. August acht Künstlerinnen und Künstler der Galerie Judith Dielämmer aus. Ihr Domizil auf Zeit – das Gebäude wird in absehbarer Zeit abgerissen – hat sie inspiriert. Sie suchten die passenden Exponate aus, und in einigen Fällen schufen sie ihre Kunst auch bewusst für diesen ungewöhnlichen Ausstellungsort.

Es ist bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt. Vorne hui, hinten pfui, so lässt sich die in Teilen rund 350 Jahre alte Immobilie mit den zahlreichen kleinen Räumen beschreiben. Janne Gronen haben es die Risse in den Wänden angetan. Sie hat sie in ihre Malerei eingebunden. Auf Anhieb hatte sie den „gelben Raum“ ins Herz geschlossen. „Unerhörte Worte“ schrieb sie auf das Display eines technisch aus der Steinzeit stammenden Telefonapparats. Außerdem hat sie Fotos übermalt, alles deutet auf Abschied hin.

Im „gelben Raum“ hat Werner Franzen eine Skulptur ganz in Weiß platziert. Sie wirkt wie ein zusammengeklappter und mit Folie abgedeckter Sonnenschirm in einem Ferienort am Ende einer Urlaubssaison. Elisabeth Busch-Holitschke bespielt sogar das schrecklich unmoderne Badezimmer mit ihren gehäkelten Cocons. Sie scheinen zu schweben und beinhalten zum Teil Dinge, die aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, wie etwa ein kleines Nähkissen.

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Hartmut ist ein skurriler Typ – und zugleich ein Bekannter von Uwe Dressler. Und er kann sehr spontan sein. Im Anzug sieht man ihn sonst nie. Dressler fotografierte ihn immer und immer wieder mit seiner ausdrucksvollen Körpersprache. Jürgen Holitschke präsentiert „Altes Holz“. Ebenso wie der ungewöhnliche Hartmut passen auch die störrisch-wilden Buchsbaum-Skulpturen, zum Teil völlig naturbelassen, zum Haus.

Was bei den Skulpturen der Zünsler ist, wird beim Haus bald der Abbruchbagger sein. Dieter Stürmann hat sich von dem morbiden Charme nicht zu einer Endzeitstimmung hinreißen lassen – im Gegenteil: Er zeigt Fotos, die er „Sonntagsschnittchen“ nennt und die den Speichelfluss des Betrachters anregen können: Liebevoll zusammengestellte Frühstücksköstlichkeiten, die mit ihrer Farbigkeit begeistern.

Inge Harms hat einige ihrer kleinen Objekte extra fürs Schaufenster des früheren Schmuckgeschäfts geschaffen. Da taucht die Farbe Gold auf wie zum Beispiel beim Quirinus-Bustier. Aus den Blättern eines Science-Fiction-Heftes schuf sie eine edel aussehende Blüte. Die Ausstellung ist bis zum 20. August freitags und samstags von 12 bis 16 Uhr sowie sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet, außerdem nach Anmeldung unter 0173 2957698.