Grevenbroich: Krützen will Alternative zur Landstraße 361n vorstellen

Ex-Stadtdirektor Küpper : Krützen will Alternative zur Landstraße 361n vorstellen

Nachdem sich Bürgermeister Klaus Krützen gegen den umstrittenen Lückenschluss der Landstraße 361n ausgesprochen hat, will er in der nächsten Woche eine Alternative vorstellen.

Er hat Pläne ausgearbeitet, die zu einer Entlastung von Wevelinghoven und Kapellen führen sollen. Dazu sind Interessierte am Donnerstag, 28. November, 18 Uhr, in das Forum der Johanniskirche eingeladen. Details will Krützen zurzeit noch nicht bekannt geben. Unterstützung für seine Kehrtwende in Sachen L 361n erhält der Bürgermeister nun von zwei Männern, die sich in der Vergangenheit stets für den Bau der Trasse ausgesprochen hatten: Ex-Stadtdirektor Heiner Küpper und der ehemalige Technische Beigeordnete Werner Hoffmann. Beide befürworten den vom Verwaltungschef eingeschlagenen Weg, der mutig sei.

Küpper hatte vor 30 Jahren mit dem damaligen Bürgermeister Hans Gottfried Benrath den ersten Bauabschnitt der L 361 von der Linden- bis zur Langwadener Straße vorangetrieben. „Damit wurde eine erhebliche Entlastung für Wevelinghoven erreicht. Zugleich konnte der Bahnübergang an der Lindenstraße beseitigt werden, der ständig große Staus vor den Schranken verursachte“, erinnert sich Heiner Küpper. Verkehrstechnisch mache es vielleicht Sinn, die L 361n bis zum Autobahnanschluss Kapellen fortzuführen, meint er – doch: „Wer in der Erftaue steht, zweifelt an der Sinnhaftigkeit, so massiv in die Natur einzugreifen.“ Statt das Naherholungsgebiet zu belasten, müssten neue Lösungen her – etwa eine Westtangente, mit der auch der Bahnübergang Noithausen wegfallen würde. Sollte an der L 361n jedoch festgehalten werden, „könnte ein Lösungsansatz sein, die Erftaue an den kritischen Stellen zu untertunneln“, sagt Küpper. Das aber sei mit hohen Investitionen verbunden.

Heiner Küpper: Westtangente bringt Entlastung. Foto: Berns, Lothar (lber)
Werner Hoffmann: Umgehung Noithausen realisieren. Foto: Tinter, Anja (ati)

 In Zeiten des Klimaschutzes sei es nicht mehr zeitgemäß, „einen schützenswerten Bereich wie die Erftaue zu tangieren“, sagt Werner Hoffmann, der seit viereinhalb Jahren im Ruhestand ist. Um Wevelinghoven und Kapellen vom Verkehr zu entlasten, müsse nicht unbedingt die L 361n, sondern alternativ eine von Westen führende Trasse gebaut werden, die „kein ökologisch sensibles Gebiet durchquert“. Konkret: „Sie sollte weit vor dem Noithausener Bahnübergang in Richtung Kapellen abschwenken und dort an den bestehenden Kreisverkehr ,Auf den Hundert Morgen’ anknüpfen“, beschreibt Hoffmann. Um die Ortsdurchfahrten in Wevelinghoven und Kapellen für den Durchgangsverkehr uninteressant zu gestalten, müssten darüber hinaus bauliche Veränderungen vorgenommen werden.