Wohnung in Grevenbroich durchsucht Kripo schnappt falsche Polizisten

Grevenbroich · Fünf Schüler aus Hannover und Grevenbroich stehen im Verdacht, eine Geldsumme im fünfstelligen Bereich von ihren Opfern erbeutet zu haben. Am Telefon gaben sich die mutmaßlichen Betrüger als Polizeibeamte aus. Nun kamen ihnen echte Kriminalisten auf die Spur.

Jugendliche gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus.

Jugendliche gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurden am Freitag mehrere Wohnungen in fünf Stadtteilen von Hannover durchsucht. Und nicht nur dort: Auch in Grevenbroich rückten Beamte am frühen Morgen an, um eine Wohnung zu dursuchen. Bei den mutmaßlichen Betrügern soll es sich um zwei 17-Jährige, einen 18-Jährigen und einen 21 Jahre alten Mann aus Hannover sowie einen 19-Jährigen aus Grevenbroich handeln. Das Schüler-Quintett soll sich in 21 Fällen als Polizisten ausgegeben haben.

Bei den von der Staatsanwaltschaft Hannover erwirkten Wohnungsdurchsuchungen konnten laut Polizeibericht mehrere Mobiltelefone sowie Kleidung aufgefunden werden, die zu den jeweiligen Taten getragen wurde. Nach Abschluss der Maßnahmen wurden vier der fünf mutmaßlichen Täter wieder entlassen. Einer der 17-Jährigen wurde aufgrund ähnlicher Taten bereits vorläufig festgenommen und wegen eines vorliegenden U-Haftbefehls in einer Jugendstrafanstalt untergebracht. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, ermittelt der Zentrale Kriminaldienst Hannover nun wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges und Erpressung in Tateinheit mit Amtsanmaßung in mehreren Fällen.

Ihre Betrugsmasche sollen die fünf Jugendlichen ihren Opfern zwischen Juni und September in kleinen Grüppchen vorgespielt haben. Dabei gingen sie wie folgt vor: Einer rief das Opfer an und gab sich als Polizist aus. Um Seriosität vorzutäuschen und Vertrauen zu erschleichen, wurden die Anzeigen der Telefonnummern so manipuliert, dass auf dem Display der Angerufenen die Notrufnummer 110 erschien. „Dann forderten sie mit verschiedensten Begründungen dazu auf, Geld- und Wertgegenstände aus Haus oder Wohnung aus Haus oder Wohnung, aber auch von der Bank an vermeintliche Polizisten oder Kuriere zu übergeben“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Hannover.

Die Höhe der Beute geben die Ermittler nicht bekannt. Es soll sich um eine Geldsumme im fünfstelligen Bereich gehandelt haben. Die Kriminalbeamten waren dem Quintett im Rahmen von verdeckten Datenauswertungen auf die Schliche gekommen.

Die Polizei warnt nun erneut vor dieser Betrugsmasche. Betroffene sollten sich am Telefon nicht unter Druck setzen lassen und vor allem keine Details zu ihren finanziellen Verhältnissen preisgeben. Und: „Wir rufen niemals unter 110 an.“

(NGZ )
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort