Grevenbroich: Krankenhaus schließt Bad, Bürgermeister protestiert

Bürgermeister verärgert über Kreis-Kliniken: Elisabeth-Krankenhaus schließt sein Bad

Die Kreis-Kliniken machen das Bad ab Januar dicht – damit stehen 14 Kurse der Volkshochschule auf der Kippe. Über die kurzfristige Kündigung ärgert sich Bürgermeister Klaus Krützen – sie sei „eine Frechheit“, sagt der Verwaltungschef.

Das Bewegungsbad im Elisabeth-Krankenhaus wird zum 31. Dezember vorerst stillgelegt. Der Grund: Voraussichtlich wird eine Generalsanierung des 30 Jahre alten Beckens und der gesamten technischen Anlage erforderlich. Die Rhein-Kreis Neuss Kliniken rechnen mit Kosten in sechsstelliger Höhe. Die Schließung hat Nachteile insbesondere für die Grevenbroicher Volkshochschule (VHS): Sie kann das Becken ab Januar nicht mehr nutzen, damit drohen bis zu 14 Kurse für mehr als 180 Teilnehmer auszufallen.

Die Kliniken haben die Stadt über die baldige Schließung am 21. November per Einschreiben informiert. „Diese kurzfristige Kündigung ist eine Frechheit“, wird Bürgermeister Klaus Krützen deutlich. „Der Anstand hätte es geboten, einen solch ungewöhnlichen und mit gravierenden Einschnitten verbundenen Schritt in einem Gespräch zu erläutern – und nicht mit einem lapidaren Brief.“ Zudem wirft er den Kliniken vor, die Ursachen für die Schließung weder transparent noch nachvollziehbar erläutert zu haben. Erst auf Nachfrage des Ersten Beigeordneten Michael Heesch habe der Rhein-Kreis nun per E-Mail versucht, das Vorgehen der Krankenhaus-Gesellschaft zu begründen. Dabei werde deutlich, dass es einen akuten Anlass für die kurzfristige Schließung nicht gebe. „Zwar ist von einer möglichen Generalsanierung die Rede, solche Projekte aber haben in der Regel einen längeren Vorlauf, und nicht eben von November bis Januar – sie fallen nicht vom Himmel“, sagt Krützen.

  • Grevenbroich : Krützen will im Bahnhofsviertel aufräumen

Die Stadtverwaltung sucht derzeit nach Ausweichmöglichkeiten für die betroffenen Kurse, die deshalb im aktuellen VHS-Programm unter Vorbehalt gestellt werden mussten. „Ob alle Kurse durchgeführt werden können, ist allerdings sehr fraglich“, sagt der Bürgermeister. Es befremde ihn massiv, „dass dies nach Schließung der Krankenhausküche und den Auswirkungen auf die Mittagsversorgung in einigen Kindertagesstätten schon der zweite Fall ist, bei dem die Stadt derart alleine gelassen wird.“ Gleichwohl werde Krützen zu diesem Thema das Gespräch mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke suchen. Wann – und ob überhaupt – das Bad wieder geöffnet werden kann, ist derzeit noch nicht abzusehen, teilt Rudolf Hohmann, Kaufmännischer Direktor der Rhein-Kreis Neuss Kliniken mit. „Eine Entscheidung kann erst fallen, wenn alle voraussichtlichen Kosten ermittelt sind.“ Es gelte abzuwägen, ob die finanziellen Mittel für eine Sanierung und der weitere Betrieb des Bades – mit jährlichen Kosten im fünfstelligen Bereich – „nicht dringender in patientennahen Bereichen benötigt werden und dort eingesetzt werden sollten.“ Die Entscheidung stehe in keinerlei Zusammenhang mit der Fusion mit dem Neusser Lukaskrankenhaus.

Laut Hohmann habe inzwischen die Rheuma-Liga NRW Interesse signalisiert, das Bad – eventuell gemeinsam mit anderen Nutzern – zu übernehmen – das sei aber noch abhängig von der Höhe der notwendigen Investitionen sowie der laufenden Kosten. Das Krankenhaus habe diesbezüglich ein Gespräch für Ende Januar 2019 vorgesehen.

Mehr von RP ONLINE