Grevenbroich: Konzert an Seifert-Orgel in St. Joseph

Kirche St. Joseph in Grevenbroich : Südstadt feiert ihren Orgel-Geburtstag

Klein aber fein ist es, das Instrument in der Pfarrkirche St. Joseph. Die Seifert-Orgel erklingt seit nunmehr 30 Jahren – und das soll gebührend gefeiert werden. Organistin Kerstin Landsky hat mehrere Konzerte vorbereitet.

Anlässlich des runden Geburtstages sollen alle Register gezogen werden und aus jedweder Pfeife das Beste herausgeholt werden: Die Seifert-Orgel in der Kirche St. Joseph gibt es seit 30 Jahren.

Anlass für Organistin Kerstin Landsky, rund um dieses Datum einige klangvolle Termine zu organisieren. Nachdem sie sich zuletzt zusammen mit Daniel Gentner dem Thema „Orgel plus Filmmusiken“ widmete, steht jetzt ein klassisches Konzert an. Dazu konnte die Organistin ihren Kollegen Georg Reinwand gewinnen. Er ist normalerweise in Jüchen tätig, hilft als Vertreter im Seelsorgebereich aus und vor allem haben „wir beide eine Vorliebe für moderne Sachen“, beschreibt Lansky eine der musikalischen Gemeinsamkeiten.

Er hat für sein Gastspiel am Sonntag, 26. Mai, ein Programm zusammengestellt, das überaus abwechslungsreich ist. Louis Armstrongs unvergessliches „What a wonderful World“ soll dabei wie die filmberühmte Melodie „Dreams are my reality“ erklingen. Dazu kommen eine „Fantasie“ von Georg Philipp Telemann sowie ein Beispiel des zeitgenössischen Komponisten Michael Schütz mit dem Titel „Impression“, ebenso wie Klassisches aus der Feder des Inbegriffs von Orgelmusik Johann Sebastian Bach sowie das Stück „Hornpipe“, das Georg Friedrich Händel komponierte.

Georg Reinwand reiht sich ein in eine längere Liste prominenter Spieler, vor ihm haben unter anderrem Michael Führer, Christa Maria Platz, Andreas Warler vom Kloster Steinfels und „mein geschätzter ehemaliger Kollege Peter Faller-Lubczyk Orgelkonzerte gegeben“, wie Kerstin Landsky aufzählt. „Unsere Orgel zählt 20 Register und zwei Manuale, sie ist nicht groß, klingt dafür aber großartig“, umschreibt sie das landläufig „königlich“ genannte Instrument, das in der Südstadt eher bürgerlich ist. Besagte Seifert-Orgel hat 1400 Pfeifen und ist „ein kleines Spiegelbild der Südstadt-Kirche“.

Die ursprüngliche Orgel der 1959 gebauten Kirche war zu klein für den Kirchenraum, von ihrem Klang kam im Kirchenraum nicht viel an. Aber erst 1989 konnte nach einer Erbschaft der Pfarre die neue Orgel geplant und eingebaut werden. „Ein tolles Instrument, wie geschaffen für unser Gotteshaus“, schwärmte schon Landskys Vorgänger Peter Faller-Lubczyk. Stolze 300.000 Mark musste die Pfarre St. Joseph im Jahr 1990 für die in Kevelaer gebaute Orgel zahlen. „Der Preis kommt daher, dass jede Orgel ein Unikat und alles Handarbeit ist. Die Orgeln wird erst in der Werkstatt komplett aufgebaut – 1400 Pfeifen Laden, Abstrakten – dann wieder abgebaut und erst, wenn alles fertig ist, endgültig in der jeweiligen Kirche wieder aufgebaut. Das dauert in der Regel einige Wochen“, beschreibt Kerstin Landsky die sorgfältige Arbeit des dann eben doch königlichen Instruments. „Wir haben ein Instrument bekommen, auf dem sich die grundlegende Orgelliteratur sehr gut spielen lässt – von der Romantik bis zur Neuzeit, und natürlich die Werke von Bach“, beschrieb Faller-Lubczyk. Außerdem ist die Orgel der Südstadt-Pfarre St. Jospeh quasi der Volkswagen unter den Kircheninstrumenten – sie läuft und läuft und läuft.

Und weitere Konzerte stehen im Geburtstagsjahr an. Für den 22. Sepember will  Organistin Kerstin Landsky „Der kleine Prinz“ erklingen lassen. „Das ist eigentlich eine Orgel-Geschichte“, aus der sie einzelne Versetten ausgewählt hat. Unterstützung bekommt die Musikerin dabei von einem Ensemble, das mit Bläsern, E-Gitarristen sowie einer Violine bestückt ist. Ebenso soll die Idee der „Orgel plus Filmmusiken“ fortgesetzt werden.

Mehr von RP ONLINE