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Grevenbroich: Kohlestaub aus dem "Pott" wird zu Kunst verarbeitet

Ausstellung in Grevenbroich : Kohlestaub aus dem „Pott“ wird zu Kunst verarbeitet

Sie stammt aus der Welt der Steinkohle und stellt ihre Arbeiten jetzt im Revier der Braunkohle aus: Marlies Blauth, gebürtige Dortmunderin, präsentiert ihre Kohlestaub-Bilder in der Produzentengalerie Judith Dielämmer an der Alten Bergheimer Straße in Grevenbroich.

Die 62-Jährige, die in Meerbusch-Osterath lebt, hatte in Wuppertal zunächst Kunsterziehung und Biologie studiert, später dann Kommunikationsdesign. Zu sehen sind jetzt Bilder aus einem Zyklus, der längst noch nicht abgeschlossen ist. Marlies Blauth, die im Osten von Dortmund aufwuchs, geht es nicht darum, real existierende Landschaften, Lost Places, Pflanzen wie Pilze, Flechten, Schachtelhalme und Farne, die in engem Zusammenhang mit der Steinkohle stehen, und Industrien abzubilden, sie möchte vielmehr deren Charakter festhalten. Der Farbauftrag erfolgt nicht mit einem Kohlestift, sondern fast ausschließlich mit dem Pinsel. Aus den Kohlestäuben macht Marlies Blauth unter Hinzugabe von Wasser eine Pampe, die mal fester und mal dünner ist.

Das spiegeln ihre Arbeiten wider: Mal dominiert ein Farbton, der fast schwarz ist, überwiegend sind jedoch hellere Töne in allen Schattierungen zu sehen, Details wie eine mächtige Kopfweide erscheinen dann schemenhaft, so als ob sie teilweise vom Nebel verschluckt werden. Die Künstlerin liebt es, Geplantes und Zufälliges zu kombinieren. Vor allem wenn sie den Kohlenstaub stark mit Wasser verdünnt, hat sie nicht mehr alles im Griff. Ganz ohne ihr Zutun entstehen die unterschiedlichsten Strukturen. Dasselbe gilt auch immer dann, wenn sie mit Kohlepapier arbeitet, weil ihr dann der Blick aufs Ganze verlorengeht. Hin und wieder nimmt die 62-Jährige auch Fotopapier als Malgrund. Sie ist erstaunt über den Nuancenreichtum, sieht bläuliche und auch bräunliche Farbtöne.

Die Ausstellung an der Alten Bergheimer Straße 7 ist bis zum 27. März geöffnet – und zwar freitags von 18 bis 20 Uhr, sonntags von 14 bis 16 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 02159 50442.