Grevenbroich: Kohle-Gegner besetzen Bagger im Tagebau Garzweiler

Großgerät stand für Sicherheits-Check bereit : Kohle-Gegner besetzen Bagger im Tagebau Garzweiler

Fünf Kohle-Gegner haben am Montagmorgen einen Schaufelradbagger im Tagebau Garzweiler mehrere Stunden lang besetzt. Am späten Vormittag führten Einsatzkräfte der Polizei die Aktivisten ab. RWE Power hat den Fall zur Anzeige gebracht.

Es waren zwei Frauen und drei Männer, die sich gegen 7 Uhr im Schutz der Dunkelheit bis auf die sechste Sohle des Tagebaus begaben, ihr Ziel war der Bagger 284 – 7958 Tonnen schwer, 64 Meter breit, 180 Meter hoch und seit mehr als 40 Jahren in Betrieb.

„Diese Leute haben sich selbst in eine lebensgefährliche Situation gebracht“, sagt Jan-Peter Circel, Sprecher von RWE Power. Sich im Dunkeln durch den Tagebau zu bewegen, sei hochgradig riskant – nicht nur wegen der Böschungen, die jederzeit wegbrechen könnten. Auch von den Kohle-Förderbändern gehe eine große Gefahr aus. Laut RWE Power haben sich die Aktivisten auf den Bagger begeben und sich dort teilweise angekettet.

Der 284 steht zwar zurzeit „in der Kohle“, war aber am Montagmorgen nicht für die Förderung vorgesehen. Vielmehr stand das Großgerät für eine periodische Sicherheitsüberprüfung bereit – eine Art Funktionstest. „Der musste wegen der Besetzung ausfallen und wird nun nachgeholt“, sagt Jan-Peter Circel. Die Besetzung dauerte etwa vier Stunden lang, bevor Einsatzkräfte der Polizei die Aktivisten vom Bagger entfernten und abführten. Währenddessen patrouillierte ein Hubschrauber über dem Tagebau.

Der Energiekonzern habe Anzeige gegen die Kohle-Gegner erstattet, berichtet Jan-Peter Circel. Sie erwartet nun ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs.

(wilp)
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