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Grevenbroich: Kindstötung: Prozess gegen Mutter soll im Juni beginnen

Drama in Wevelinghoven : Kindstötung - Prozess gegen Mutter soll im Juni beginnen

Nach dem gewaltsamen Tod eines kleinen Jungen aus Wevelinghoven soll der Prozess gegen die Mutter im Juni beginnen. Das Kind war in einer Wohnung an der Krummstraße im April 2019 verhungert und verdurstet.

Laut Anklage soll die Frau das ein Jahr alte Kleinkind in sein Kinderzimmer gesperrt und einen Heizlüfter voll aufgedreht haben. Anschließend soll die Wevelinghovenerin das Zimmer zwei Tage lang nicht mehr betreten haben. Als sie danach nach dem Jungen schaute, war das Kind tot – offenbar war es an Hunger und Durst verstorben. Die Mutter war anschließend von der Polizei festgenommen worden, auch ein Haftbefehl wurde gegen die 28-Jährige erlassen. Inzwischen befindet sich die mehrfache Mutter wieder auf freiem Fuß.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach lautet auf Totschlag und Misshandlung von Schutzbefohlenen. Das hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt. Die Frau soll den kleinen Jungen aufgrund von Überforderung getötet haben. Das Landgericht Mönchengladbach hat die Anklage inzwischen zugelassen. „Wir befinden uns aktuell in der genauen Termin-Abstimmung“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jan Steils, „der Prozess soll demnach im Juni beginnen.“

Im Falle einer Verurteilung drohen der Frau aus Wevelinghoven bis zu 15 Jahre Gefängnis. Im Prozess sollen zahlreiche Zeugen aus dem Umfeld der Frau, Gutachter und auch Ärzte gehört werden. Die zuständige Schwurgerichtskammer geht derzeit von mehreren Verhandlungstagen aus. Das Urteil soll im Sommer verkündet werden.

Der Tod des kleinen Jungen hatte im vergangenen Jahr große Betroffenheit ausgelöst. Bürgermeister Klaus Krützen zeigte sich „erschüttert“, er war „entsetzt über das Drama“, das sich in dem Mehrfamilienhaus in Wevelinghoven abspielte. Zu keiner Zeit habe es einen Hinweis darauf gegeben, dass das Wohl des Jungen gefährdet sein könnte. Die Familie sei 2017 nach Grevenbroich gezogen, vorher habe sie bereits in Kontakt zu einem anderen Jugendamt gestanden. Laut Auskunft der Behörden war die Frau nicht polizeilich bekannt.

(mape)