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Grevenbroich: Keine Kündigung wegen Corona-Folgen

Bauverein Grevenbroich : Keine Kündigung wegen Corona-Folgen

Wegen finanzieller Engpässe, die durch die Corona-Krise verursacht werden, „wird kein Mieter des Bauvereins Grevenbroich seine Wohnung verlieren“. Das betonen die Vorstände der Wohnungsgenossenschaft, Hubert Zimmermann und Sven Möller.

Rund 1600 Wohnungen und einige Gewerbeflächen hat der Bauverein vermietet. „Einige Mieter sind verunsichert und fragen, was passiert, wenn sie etwa wegen anstehender Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit wegen der Krise die Miete nicht mehr bezahlen können“, berichtet Hubert Zimmermann. „In der Pandemie erleben wir nicht nur persönliche Einschränkungen. Kurzarbeit oder andere Einflüsse führen oftmals zu erheblichen finanziellen Turbulenzen. Dadurch kommen viele Familien unverschuldet in Zahlungsschwierigkeiten, ohne gegensteuern zu können“, heißt es beim Bauverein. Zimmerman und Möller betonen: „Gerade in schwierigen Zeiten ist Solidarität gefragt.“

Die generelle Lage: Kann ein Mieter nachweisbar wegen der Coronakrise nicht zahlen, darf ihm deshalb nicht das Mietverhältnis gekündigt werden. Mieten aus April bis Juni können zurück behalten werden. Allerdings muss die ausstehende Miete bis spätestens 30. Juni 2022 nachgezahlt werden. Konkrete Mietausfälle wegen Corona gibt es bei der Genossenschaft noch nicht, aber „in diesen Tagen wird die nächste Miete abgebucht, danach wissen wir, wie viele nicht zahlen“, sagt Zimmermann. Die folgende Mahnung sei zugleich ein Aufklärungsschreiben, dass sich der Betroffene an den Bauverein wendet, „damit wir gemeinsam eine Lösung suchen können“.

Wichtig sei, dass der Mieter belege, dass der Engpass durch die Corona-Krise entstanden sei. Die Mitarbeiter würden Gespräche mit Sozialpartnern vermitteln, die bei der Beantragung von Unterstützungsleistungen helfen. Seien Sozialleistungen nicht möglich, werde eine auf die individuelle Situation abgestimmte Zahlungsvereinbarung getroffen. „Das kann etwa eine Teilzahlung sein oder eine Stundung der Miete“, sagt Zimmermann.

Corona hat auch andere Auswirkungen beim Bauverein. Besuche in der Zentrale am Ostwall sind nur nach Terminvereinbarungen in dringenden Fällen möglich. „Unsere Mieter gehen mit den Einschränkungen souverän und behutsam um, wir haben keine negativen Äußerungen“, erklärt der Vorstand. Reinigungsfirmen seien aufgefordert worden, Kontaktflächen wie Haustürgriffe häufiger zu reinigen.

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