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Grevenbroich: Kaum noch Bauland in Hemmerden

Stadtteilgespräch in Grevenbroich : Kaum noch Bauland in Hemmerden

In Hemmerden gibt es fast keine Reserven für neue Baugebiete. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat drei Bauland-Flächen im Ort abgelehnt, das sorgte für Unmut beim Stadtteilgespräch. In Kapellen sind zwei große Flächen möglich.

Hemmerden hat kaum Möglichkeiten zu wachsen. Das wurde beim Stadtteilgespräch deutlich, zu dem rund 50 Menschen unter anderem aus Kapellen und Hemmerden in die Varius-Werkstätten an der Daimlerstraße kamen. Bürgermeister Klaus Krützen und Fachbereichsleiterin Dorothea Rendel konnten keine Hoffnung machen, dass sich an der Bauland-Situation in absehbarer Zeit etwas ändert.

Lediglich im Bereich Schrieverspfad enthält der Flächennutzungsplan zwei kleine Gebiete als Entwicklungsreserven. Dabei wird es wohl bleiben. Dabei hatte die Stadt für die geplante Änderung des Regionalplans drei zusätzliche Siedlungsbereiche vorgeschlagen – nördlich der Bedburdycker-Straße im Westen, „de Dell“ im Osten und an der Landstraße im Norden.

Tatsächlich will die Bezirksregierung für Grevenbroich zusätzliche Siedlungsbereiche mit rund 2600 Wohneinheiten ausweisen – darunter 675, die zur Deckung des Kölner Bedarfs vorgesehen sind. Die schlechte Nachricht: Hemmerden geht leer aus. Alle drei Flächen wurden, wie Rendel erklärte, abgelehnt. „Wir konnten unsere Wünsche nicht durchsetzen.“

Die Bezirksregierung habe die Vorschläge anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs geprüft, sie schnitten aus Sicht der Behörde ungünstig ab. Die Begründung: Die Verkehrsanbindung sei mäßig oder unzureichend, die Infrastrukturausstattung im Ort „ausbaufähg“. „Wir haben argumentiert, das die Hemmerdener mit Fahrrad oder Bus in wenigen Minuten an der Bahnstation in Kapellen sind“, erklärte Rendel, doch das habe nicht gereicht. „Das Ergebnis ärgert uns maßlos, aber die Landesplanung hat Vorrang“, sagte Krützen.

Kritik und Unverständnis äußerten viele Bürger. „Wir haben hier zahlreiche Leute, die bauen wollen“, erklärte einer. Zwei Kilometer weiter in Bedburdyck sei eine neue Siedlungsfläche vorgesehen, in Hemmerden dagegen nicht, merkte ein anderer an. „Wie sollen wir die Infrastruktur ausbauen, wenn Hemmerden keine Möglichkeit hat zu wachsen?“, wurde gefragt. Die Stadt versucht, doch noch eine kleine weitere Baumöglichkeit zu erreichen.

Jenseits der A 46 stehen deutlich mehr Reserven zur Verfügung. Neben dem geplanten dritten Abschnitt im Kapellener Neubaugebiet „erhalten wir im Regionalplan wahrscheinlich eine weitere größere Fläche“, sagte Rendel. Das Areal liegt südwestlich der Straße Auf dem Mergendahl. „Ein Teil dort war früher Deponie, das kann ein böses Ende nehmen“, merkte ein Besucher an. Laut Stadt wird das Gebiet auf Altlasten untersucht werden. Mehrere Bürger betonten, dass vor der Entwicklung dieser Flächen ausreichend Kita- und Schulplätze gewährleistet sein müssten. „Die vier Unterrichtsräume, die jetzt gebaut werden, reichen nicht aus“, hieß es.

Die Verwaltung betonte, dass der Bedarf für eine neue Kita geprüft werde – ebenso, welche Option für eine nochmalige Erweiterung der Kapellener Schule bestehen. Als Alternative kann sich Krützen bei Bedarf auch vorstellen, über einen Schul-Neubau nachzudenken.