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Grevenbroich: Kaufmann plant Neuausrichtung im Rahmen der Insolvenz

Geschäftsbetrieb wird weitergeführt : Neuausrichtung aus der Insolvenz geplant

Nach 120 Jahren in der Handwerkstradition und einem halben Jahrhundert Kunststofffenster-Fertigung hat die Kaufmann Vertriebs GmbH & Co. KG – ein Unternehmen der Kaufmann-Firmengruppe – einen Insolvenzantrag gestellt. Am 30. April wurde der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Steuerberater Wolf-Rüdiger von der Fecht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Der Geschäftsbetrieb der Kaufmann Vertriebs GmbH & Co. KG werde derzeit uneingeschränkt fortgeführt, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. „Aufgrund der hohen Produkt-Qualität, ständig nachgefragter Kundendienstleistungen, Termintreue und versierter Mitarbeiter wird im Rahmen der Insolvenz eine Neuausrichtung angestrebt“, heißt es.

Eigenfinanzierte Investitionen und eine hohe Produktqualität stünden aktuell einer negativen Umfeld-Entwicklung im familiengeführten Mittelstandsbetrieb gegenüber: Osteuropäische Herstellerwerke mit Niederig-Stundenlöhnen und zweistelligen jährlichen Zuwachsraten würden den klassischen deutschen Qualitäts-Fensterbau verdrängen – „billig für den Endkunden, schlecht für die Qualität, den Service und hiesigen Arbeitsmarkt“.

Diese Entwicklung, Zahlungsausfälle von Endkunden, eine im Frühjahr außergewöhnliche Kaufzurückhaltung in der Branche, die Verschiebung von drei Großaufträgen vom Winter in den Sommer hätten zur aktuellen Unternehmens-Situation beigetragen, teilt die am Hammerwerk in Grevenbroich ansässige Kaufmann Vertriebs GmbH & Co. KG mit.

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Ausdrücklich weist die Firma darauf hin: Nicht betroffen von der Insolvenz seien einerseits die an einem eigenen Firmenstandort angesiedelte Kaufmann Tore GmbH, die im Nischenbereich mit Industrie-Toren seit 45 Jahren bundesweit weiter erfolgreiche agiere – sowie andererseits die Immobilien- und Verpachtungsgesellschaft Kaufmann GmbH & Co. KG.

Kaufmann bedanke sich bei den vielen Kunden, die – allein beispielhaft durch Wiederholungskauf nachfolgender Generationen – „stets Qualitätsfenster vom Hammerwerk bevorzugt“ hätten und begrüße diese auch gerne in der Zukunft, heißt es in der jetzt herausgegebenen Mitteilung.

(wilp)