Grevenbroich: Kapellener trauern um ehemaligen Dombaumeister

Arnold Wolff starb im Alter von 87 Jahren : Kapellener trauern um ehemaligen Dombaumeister

Einer der bekanntesten Söhne der Stadt ist tot: Der ehemalige Kölner Dombaumeister Arnold Wolff starb Heiligabend nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Das teilte jetzt das katholische Internetportal domradio.de mit. Arnold Wolff war ein gebürtiger Kapellener und verbrachte dort auch seine Jugendzeit.

Schon als Junge habe er vom Dom geträumt und als Student versucht, ihn zu erforschen, bekannte Wolff einmal. Bereits als junger Architekt wurde er 1959 mit der Vorbereitung der Restaurierung des Dreikönigenschreins betraut. Von 1972 bis Anfang 1999 war er Dombaumeister. Als „Protagonist weitblickender Denkmalpflege in Europa“ erhielt Arnold Wolff 2001 den Verdienstorden des Landes NRW. 2011 wurde er mit dem Rheinlandtaler für sein langjähriges Engagement um den Erhalt des Doms geehrt. Joachim Kardinal Meisner sagte bei Wolffs Verabschiedung: „Der Dom hat Glück gehabt. Wie ein guter Arzt sich um den Patienten müht, so haben sie sich um den Dom gekümmert.“

In einem Kapitel des 2000 vom Grevenbroicher Geschichtsverein veröffentlichten Buchs „Kapellen“ hatte sich Wolff – der im Wevelinghovener Krankenhaus geboren wurde – an seine Jugendzeit erinnert. Vor allem an die St.-Clemens-Kirche, die schräg gegenüber seines Elternhauses stand und deren damalige neugotische Ausstattung ihn sehr beeindruckt habe.

Das sei ein Aspekt gewesen, der ihn später zur Gotik führen sollte, gab Wolff zu. Ein weiterer war das Bild der Kölner Kathedrale, das einst im Wohnzimmer des Kapellener Pfarrers Kessel hing. „Ich musste es immer wieder anschauen und darüber staunen, wie majestätisch sich der Dom über die niedrigen Häuser seiner Umgebung in die sich auftürmenden Wolkenberge erhob“, schrieb er damals. Und dass der Dom seinerzeit bei klarem Wetter – „am besten nach einem ausgiebigen Regen“ – von der Raststätte Vierwinden aus zu sehen war, sei ebenfalls ausschlaggebend für seine spätere Berufswahl gewesen.

Seinen Heimatort hat der ehemalige Dombaumeister nie aus dem Blick verloren. Besonders gefreut habe ihn, dass er 1982 vom Jägerzug „Flotte Boschte“ die Schirmherrschaft über das alljährliche Gilverath-Fest übertragen wurde. Seine Erinnerungen an seine ersten 22 Jahre in seinem Heimatort wollte Arnold Wolff noch ausführlich niederschreiben. Zu dieser – wie er damals meinte – „Huldigung an Kapellen“ ist er nicht mehr gekommen.

(wilp/kna)