Tierschutz in Gervenbroich Kapellener sozialisieren in Not geratene Hunde

Kapellen · Der Tierschutzverein „Notpfote Animal Rescue“ rettet jährlich hunderte Tiere aus Notsituationen. Zwei Kapellenerinnen helfen dabei seit Jahren mit, indem sie als Pflegestellen Hunde zu sich nach Hause holen und sozialisieren.

 Lisa Salvia, Lina Meister und Caroline Erling von „Notpfote Animal rescue“ suchen aktuell ein neues Zuhause für Victoria und Barney.

Lisa Salvia, Lina Meister und Caroline Erling von „Notpfote Animal rescue“ suchen aktuell ein neues Zuhause für Victoria und Barney.

Foto: Georg Salzburg(salz)

Für die Helfer des Vereins „Notpfote Animal Rescue“ spielt es keine Rolle, ob ein Hund alt, schwach oder aufgrund jahrelanger schlechter Behandlung verstört ist. Wo auch immer ein Tier in Not geraten ist, versuchen die ehrenamtlichen Tierschützer, die Situation zu verbessern. „Wir holen viele Tiere aus Ungarn, Spanien und Rumänien, aber wir sind auch in Deutschland aktiv“, erklärt Lina Meister, Mitglied des Tierschutzvereins aus Kapellen.

Der TSV Notpfote beruht auf dem Prinzip von Pflegestellen. Dabei nimmt eine Person oder eine Familie einen Hund aus einem der Partnertierheime des Vereins bei sich zuhause auf, um das Tier an ein familiäres Umfeld zu gewöhnen. „Dadurch können die Tiere, nach einiger Zeit wesentlich besser vermittelt werden“, erklärt Meister. Die Kapellnerin hat in den letzten Jahren selbst über 50 Hunde zeitweise bei sich aufgenommen und so auf eine erfolgreiche Vermittlung vorbereitet.

Auch Lisa Salvia kommt aus Kapellen und engagiert sich seit Jahren als Pflegestelle. „Seit ich 15 bin habe ich regelmäßig einen Pflegehund“, erzählt die 20-Jährige. Tieren zu helfen ist für die junge Grevenbroicherin eine Herzensangelegenheit. „Es gibt einfach zu viele Hunde, die zu lange im Tierheim sind“, findet Salvia. Genau dem versucht der Tierschutzverein etwas entgegenzusetzen. „Zurzeit haben wir etwa 35 aktive Pflegestellen, die vor allem in der Umgebung rund um Neuss aktiv sind“, sagt Meister. „Natürlich suchen wir immer nach potenziellen neuen Pflegestellen. Aber wir freuen uns auch über jede weitere Unterstützung, zum Beispiel durch Spenden“, fügt die engagierte Tierschützerin an.

Abgesehen davon, dass einem notleidenden Tier ein besseres Leben ermöglichen werden kann, gibt es weitere gute Gründe dafür, sich einen Pflegehund ins Haus zu holen. Der Verein ist bereit, jegliche Kosten, egal ob Tierarzt, Versicherung oder Futter, zu übernehmen. Neben der finanziellen Absicherung kümmert sich der Verein auch um den Umgang mit den Hunden. „Jeder der sich als Pflegestelle bei uns engagiert, wird mit dem Tier nicht allein gelassen“, betont Meister. Der Verein wird unterstützt von zwei professionellen Hundetrainerinnen, die helfen können, falls es zu Schwierigkeiten mit dem Pflegetier kommt. In der Hundeschule TH Dormagen können die Hunde sogar kostenlos mit trainiert werden.

Besonders wichtig ist dem TSV Notpfote laut Lina Meister, dass auch ältere Menschen einem Hund ein Zuhause geben können. „Wir vermitteln sehr gerne ältere Tiere an ältere Menschen“, erzählt die Ehrenamtlerin. „So versuchen wir, ältere Leute zu finden, die sonst kein Tier mehr bekommen würden“. Dies wird umgesetzt mit dem sogenannten „Gnadenplatzprojekt“, wodurch sowohl dem Hund als auch dem Senior ein schöneres Leben ermöglicht werden soll. „Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation“.

„Man muss viel Geduld und Verständnis für die Hunde mitbringen“, sagt Salvia. Neben einer maximalen Arbeitszeit von vier bis fünf Stunden pro Tag sei dies die wichtigste Voraussetzung, für jemanden, der selbst eine Pflegestelle werden möchte. Nach ein paar Gesprächen mit dem Tierschutzverein, in denen zum Beispiel über die persönliche Toleranzgrenze gesprochen wird, wird gemeinsam nach einem passenden Hund gesucht. „Das Ziel ist, den Hund am Ende erfolgreich vermitteln zu können. Man kann ihn natürlich auch selbst behalten, wenn man das Tier gar nicht mehr abgeben will“, erklärt Meister.

Auch in den Medien ist der TSV Notpfote Animal Rescue mittlerweile präsent. So kooperiert der Verein mit dem WDR beispielsweise in der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“. „Wir haben vor kurzem auch einen Beitrag mit dem Sender über unsere Arbeit in Ungarn gedreht“, erzählt Meister. Dieser soll voraussichtlich im kommenden Februar ausgestrahlt werden. Eine weitere Unterstützung erhielten die Tierschützer vom Düsseldorfer Rapper Kollegah. Dieser ist vor kurzem zu einem der Tierheime nach Ungarn gereist, um auf das Leid der Hunde aufmerksam zu machen. Die Aktion habe laut Meister sehr geholfen, die Spendenprojekte nach vorne zu treiben. Schließlich benötigen die Hunde jede mögliche Hilfe.

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