Grevenbroich: Kaninchen-Problem an der Kita "Sonnenland"

Kita „Sonnenland“ Grevenbroich: „Verpiss-dich-Pflanze“ gegen Nager-Problem

Schädlingsexperte Dirk Heyartz (UWG): Neuer Zaun ist zu teuer und wird keinen Erfolg bringen.

Mit einem neuen Zaun will die Stadt gegen das extreme Kaninchen-Problem an der Kita „Sonnenland“ im Buckau-Viertel angehen. Doch die damit verbundenen Kosten von rund 92.000 Euro erscheinen Dirk Heyartz zu hoch. „Vor allem, weil ein Zaun alleine zu keinem Erfolg führen wird“, sagt das Mitglied der UWG. Er muss es wissen, der Mann ist hauptberuflich als Schädlingsbekämpfer tätig.

Dirk Heyartz von der UWG ist
Dirk Heyartz von der UWG ist Schädlingsbekämpfer. Foto: L. Berns

Nach den Plänen der Stadt sollte ein neues, etwa 300 Meter langes Maschendraht-Geflecht um die Tagesstätte gezogen und bis zu 80 Zentimeter tief in den Boden eingelassen werden – damit die Karnickel nicht mehr auf das Gelände kommen. „Diesen neuen Zaun kann sich die Stadt sparen“, meint Heyartz: „Denn nach einigen Jahren wird er von Wurzeln wieder nach oben gedrückt.“ Dann würden Schlupflöcher entstehen und die Kaninchen hätten schnell wieder freie Bahn.

Sein Vorschlag: Den bestehenden Zaun belassen und ihn mit Zinkblechen verkleiden, die 50 Zentimeter tief in den Boden gehen und 30 Zentimeter über die Grasnarbe reichen. Der Effekt: „Durch die glatten Platten kann sich kein Wurzelwerk drücken“, sagt Dirk Heyartz. „Der Zaun bleibt unbehelligt – und die Kaninchen werden auf Dauer ausgesperrt.“ Außerdem würden die Zinkverkleidungen das Drahtgeflecht vor Zerstörungen schützen, wenn Freischneidearbeiten im direkten Umfeld erforderlich werden.

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Auch eine Verkleinerung des Kita-Außengeländes sei auf diese Weise nicht mehr erforderlich. Wie berichtet, soll die Spielfläche der Kindertagesstätte von 5300 auf 3800 Quadratmeter verkleinert werden, um einen Erdhügel auszugrenzen, der offenbar das „Hauptquartier“ der Nager ist. „Mit der Zinkverkleidung kann das Areal bleiben wie es ist“, sagt Heyartz. Diese Vorrichtung sei sicher nicht zum Nulltarif zu haben, meint der Schädlingsexperte, der aber eines zu bedenken gibt: „Damit nehmen wir nur einmal Geld in die Hand – und nicht in ein paar Jahren schon wieder.“

Was die Bepflanzung des Geländes betrifft, rät der Elsener zu einem ganz besonderen Gewächs. Vor dem Zaun sollte großflächig die sogenannte „Verpiss-dich-Pflanze“ (Plectranthus ornatus) gesetzt werden, die wegen ihres unangenehmen Geruchs nicht nur Hunde und Katzen auf Abstand hält, sondern insbesondere auch Kaninchen. Zudem rät Dirk Heyartz dazu, für den Menschen unschädliche Mittel auf dem Gelände auszubringen, die sich auf die Schleimhäute der Nager auswirken, tränende Augen und triefende Nasen verursachen.

Im Jugendhilfeausschuss bot Heyartz der Stadt seine Beratung an. Dezernent Michael Heesch will darauf in Kooperation mit dem zuständigen städtischen Fachdienst so schnell wie möglich zurückgreifen – „denn wir müssen die Kaninchen endlich bändigen“. Und nicht nur die: Zwischenzeitlich habe es sich herausgestellt, dass es auch ein Wühlmaus-Problem auf dem Kita-Gelände gibt. „Es sind enorme hygienische Probleme, die die Tiere verursachen. Deswegen müssen wir aktiv werden“, so Heesch. Auch Stadtförster Frank Wadenpohl habe seine Dienste angeboten: Er will Lebendfallen auf dem Gelände der Tagesstätte aufstellen.