Grevenbroich: Käthe-Kollwitz-Schüler gestalten Gedenken an die Pogromnacht

Gedenken der jüdischen NS-Opfer : Schüler in Grevenbroich setzen Zeichen gegen Ausgrenzung

In einem Projekt setzen sich Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule seit Jahren gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit ein. Für Samstag, 9. November, planen sie wieder eine Mahn- und Gedenkfeier zur Pogromnacht.

Sie war der Startschuss zur systematischen Verfolgung von Juden in Deutschland: Die Pogromnacht am 9. November 1938 öffnete ein grausames Kapitel der deutschen Geschichte – als jüdische Geschäfte und Gotteshäuser verwüstet, angezündet und tausende Juden verhaftet, misshandelt und getötet wurden.

In dem Projekt „KKG – Gegen das Vergessen“ setzen sich Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule seit Jahren gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit ein. Am Samstag, 9. November, planen die Jugendlichen unter der Projektleitung von Thomas Jentjens und Reinhold Stieber wieder eine Mahn- und Gedenkfeier zur Pogromnacht. Sie beginnt um 18 Uhr auf dem Synagogenplatz. Nach einer kurzen Begrüßung erhält jeder Teilnehmer ein Licht, dann begibt sich die Gruppe auf einen Gedenkmarsch für die Opfer des Nationalsozialismus. Das Ziel ist der jüdische Friedhof an der Montanusstraße. Dort erfolgt die Kundgebung mit Gebeten, Aufführungen, Vorträgen und Musik.

Die Projektgruppe wurde 2011 gegründet. Seither organisiert sie jedes Jahr die Mahn- und Gedenkfeier zu den Pogromen. „Es ist wichtig, daran zu erinnern, was damals passiert ist, weil so etwas in unserer Gesellschaft nie wieder passieren darf“, erklärt ein Schüler.  Dabei ist es Thomas Jentjens wichtig, dass es kein schulinternes Projekt ist: „Es soll eines für ganz Grevenbroich werden, jeder kann mitmachen.“ Neben der Veranstaltung zum Reflektieren der Pogromnacht, hat die Gruppe weitere Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Sie restaurierte  den jüdischen Friedhof, zudem setze  sie sich in Gesprächen mit Zeitzeugen oder Besuchen in Konzentrationslagern mit der Materie auseinander – „um Geschichte zu verstehen und ihre Wiederholung zu verhindern“.

Mehr von RP ONLINE