Grevenbroich: Junge Männer sollen 35-Jährige in Flüchtlingsheim vergewaltigt haben

Festnahmen in Grevenbroich : Junge Männer sollen 35-Jährige in Flüchtlingsheim vergewaltigt haben

Die Polizei hat zwei Männer aus Guinea festgenommen, die eine 35 Jahre alte Frau in einem Flüchtlingsheim im Grevenbroicher Stadtgebiet vergewaltigt haben sollen. Die beiden mutmaßlichen Täter sind in Haft.

Die mutmaßlich 17 und 20 Jahre alten Männer aus dem westafrikanischen Guinea haben nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen ihr Opfer in der Nacht zum 15. Juli in Düsseldorf kennengelernt – zur Zeit der Rhein-Kirmes in der Landeshauptstadt. Nach Informationen unserer Redaktion soll sie mit den beiden Verdächtigen in einem Taxi nach Grevenbroich gefahren sein. Ziel war offenbar eine Unterkunft für Flüchtlinge nahe der Hansendstraße in Frimmersdorf. Dort soll es zur Tat gekommen sein. Den beiden Männern wird vorgeworfen, die 35-Jährige sexuell missbraucht zu haben.

Nach Angaben der Polizei flüchtete sich die Frau nach der Tat in einen Zug und offenbarte sich dort anderen Fahrgästen und dem Begleitpersonal der Bahn. An der nächsten Haltestelle wurde die 35-Jährige, die nicht aus Grevenbroich stammen soll, von der Polizei in Empfang genommen. „Unmittelbar danach wurden Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter eingeleitet“, schildert Polizeisprecherin Daniela Dässel.

Die Verdächtigen seien kurz darauf in Polizeigewahrsam genommen worden. Im Zuge der Ermittlungen habe sich der Tatverdacht gegen die beiden Männer aus Guinea erhärtet, so dass die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Untersuchungshaftbefehle beantragte. Die Haftbefehle konnten am Freitag vergangener Woche in Vollzug gesetzt werden. Die Ermittlungen der Polizei dauern weiterhin an, sagte Dässel. Warum zwischen der mutmaßlichen Tat und den Haftbefehlen gut ein Monat Zeit verstrich, erklärt die Polizeisprecherin mit Ermittlungen und Vernehmungen, die viel Zeit in Anspruch genommen hätten.

Details zu dem Fall wollen weder die Kreispolizei noch die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach nennen – aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie es heißt. Nach Informationen unserer Redaktion soll die Frau zur Tatzeit alkoholisiert gewesen sein. Sie habe zwar zunächst eine Aussage gegenüber den Ermittlungsbeamten gemacht, die soll der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach aber nicht für einen Haftbefehl gegen die beiden Männer ausgereicht haben. Angeblich habe die Polizei danach mehrfach vergebens versucht, erneut mit der 35-Jährigen Kontakt aufzunehmen, habe sie aber zunächst nicht ausfindig machen können. Auch das habe Zeit in Anspruch genommen.

Zum Ort des angeblichen Geschehens wollte die Stadtverwaltung am Dienstag keine Aussage treffen. „Wir werden in dem laufenden Verfahren generell keine Stellung abgeben“, kündigte der Grevenbroicher Rathaussprecher Stefan Renner an. Das sei die Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft. Bürgermeister Klaus Krützen zeigte sich entsetzt über eine Tat – „wie sie leider überall in Deutschland passiert“. Dass möglicherweise Flüchtlinge involviert seien, sei „ein schwieriges Thema“, meinte der Grevenbroicher Verwaltungschef.

Unabhängig davon, sehe er, dass der Rechtsstaat funktioniert habe. „Die Männer werden ihrer gerechten Strafe zugeführt – vorausgesetzt, die Tat hat sich wirklich so abgespielt, wie sie geschildert wurde“, betonte Klaus Krützen.

Mehr von RP ONLINE