Grevenbroich: Junge Kantorei begeistert mit Musical aus dem alten Perserreich

Aufführung in der Grevenbroicher Christuskirche : Junge Kantorei begeistert mit Musical aus dem alten Perserreich

Die Kinder- und Jugendkantorei Grevenbroich krönte ihr musikalisches Jahr jetzt mit der lange vorbereiteten Aufführung des Musicals „Esther“ in aufwendiger Bühnenfassung. Etwa 60 Sänger und zehn Musiker waren bestens vorbereitet und präsentierten ein musikalisch perfektes und optisch farbenfrohes Spektakel.

Das Musical dreht sich um die Königin Esther und ihren Gemahl, den König Xerxes, im Perserreich des vierten vorchristlichen Jahrhunderts. Doch so alt die Geschichte ist, so aktuell sind die Aspekte und Probleme im Zusammenleben der Menschen damals wie heute. Die Jüdin Esther wird von ihrem Ziehvater getrennt und lebt im Harem des Königs Xerxes. Ihre Schönheit und Klugheit sind außergewöhnlich, und sie wird Königin am Hofe von Susa. Als sie von einer Intrige gegen die Juden erfährt, bringt sie sich selbst in Gefahr und rettet ihr Volk. Bis heute feiern die Juden zur Erinnerung daran das Purimfest.

Der Komponist Andreas Mücksch hat das Libretto seiner bewährten Texterin Barbara Schatz mit großer Begeisterung für alte und neue, vertraute und orientalische Klänge vertont. Das gesamte Ensemble taucht schon zu Beginn in eine andere Welt ein. Der König, dargestellt von Marcel Schuh, beklagt die Verbannung seiner ersten Frau mit einem geigenbegleiteten, traurigen Lied. Haremsdamen präsentieren ihr Vorzüge und Ziele zu Musik mit Congatrommeln und Flöten.

Esther, gesungen von Sandra Hartig, und ihr Onkel Mordechai (Lukas Goldmann) wechseln sich in balladenartigen Liedern ab. Soldaten singen und marschieren zu Pfeife und Trommel, ein großartiger Umzug des Königs mit seinem Gefolge wird vom gesamten Orchester mit Streichern, Holzbläsern, Bass und Percussion begleitet. Dunkle Machenschaften um die Herrschaft im Königreich bleiben nicht aus, der König und ein ganzes Volk werden durch eine Intrige bedroht. Nach einer kurzweiligen Stunde klärt sich der Verrat auf, der Gegenspieler des Königs wird seiner gerechten Strafe zugeführt, und die gesamte Besetzung kehrt mit dem letzten Lied in die Gegenwart zurück.

Das Publikum bedachte die Darsteller, den Chor und das Orchester mit großem Beifall, ebenso die Jüngsten, die zum Teil erstmals mitwirkten und dank ihrer Eltern bestens kostümiert waren. Alle Mitwirkenden um Chorleiter Karl-Georg Brumm waren sich einig, bald wieder ein Musical auf die Beine stellen zu wollen und dafür so manche Extraprobe und Arbeit an Technik und Bühnenbild in Kauf zu nehmen.

(NGZ)
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