Grevenbroich: Jürgen Zeltinger spielt im Museum

Am 25. Januar in der Villa Erckens in Grevenbroich : Jürgen Zeltinger spielt wieder im Museum

Nach drei Jahren verpflichtet das Kulturamt die Kölschrock-Legende für einen weiteren Auftritt.

Er war „Asi mit Niwoh“, Straßenmusiker, Schläger, Spinner, Tunte – und immer Rebell: Jürgen Zeltinger. Am 25. Januar kommt das kölsche Urgestein wieder nach Grevenbroich. Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack hat „de Plaat“ zu einem weiteren Konzert in der Villa Erckens verpflichtet. Er weiß: „Das wird kein gewöhnlicher Auftritt.“ Schon vor drei Jahren war Zeltinger im Rahmen einer musikalischen 80er-Jahre-Reihe zu Gast in der Villa Erckens. Die Grevenbroicher rannten Pelzer-Florack damals regelrecht die Bude ein, so dass statt eines Konzert-Termins gleich zwei angesetzt werden mussten. „Das Museum war an beiden Abenden rappelvoll – komplett ausverkauft“, erinnert sich der Kulturamtsleiter. Im Januar ist definitiv aber nur ein Auftritt geplant, schließlich geht Jürgen Zeltinger stramm auf die 70 zu. Wer hingehen möchte, sollte sich ganz schnell Karten besorgen. Denn die Plätze im kleinen Saal des Museums sind begrenzt. Der übergewichtige Musiker, der sein Publikum gerne mal liebevoll mit „Na, ihr Dreckspack“ begrüßt, gilt als Wegbereiter des Kölschrocks. Als Wolfgang Niedecken mit Bap noch in den Kinderschuhen steckte, feierte Zeltinger mit der LP „Live im Roxy und Bunker“ bereits Riesen-Erfolge, er wurde zum Star der regionalen Szene. Mit eigenen Songs wie „Panzerfahrer aus Passion“ oder „eingekölschten“ Lou-Reed- („Stüverhoff“) und Ramones-Klassikern („Müngersdorfer Stadion“) erreichte er bis heute Kult-Status.

Dass Zeltinger seinen Beinamen „Der Straßenjunge mit der kurzen Zündschnur“ zu Recht trägt, hat auch Stefan Pelzer-Florack erfahren müssen: „Ein falsche Frage, dann werden Stühle gerückt“, sagt der Kulturamts-Chef. Er hat sich daher vorgenommen, der Kölner Rock-Ikone beim nächsten Auftritt im Januar erst gar nicht mehr ins Handwerk reinreden oder ihm gar Vorschriften machen zu wollen. Und eines hat er sich gemerkt: Die zwei Flaschen Müller-Thurgau, die Zeltinger – neben einer Flasche Wodka – pro Auftritt braucht, wird er bei Aldi besorgen. „Als ich ihm zuletzt einen richtig guten trockenen Weißwein besorgte, hat er mich zurechtgewiesen: ,Dat Zeuch kann ich nit suffe’. Ich bin dann noch mal zum Discounter gefahren“, sagt er.

Ist Jürgen Zeltinger gut drauf, dann wir er nicht nur seine legendären Hits vorgetragen, sondern auch das eine oder andere Anekdötchen aus seinem ereignisreichen Leben erzählen. Etwa wie er mit den „Boomtown Rats“ und „Motörhead“ durch Deutschland tourte – und wie ihm ein gewisser Lemmi Kilmister versuchte, ihm den Schlagzeuger der Zeltinger-Band abzuluchsen – weil Jaki Liebezeit halt so gut an den Drums war. „Das wird mit Sicherheit ein launiger Abend“, sagt Stefan Pelzer-Florack.

Der Eintritt kostet 20 Euro. Karten gibt es im Museum, in der Stadtbücherei und bei „Schön und gut“ an der Bahnstraße. Reservierungen sind unter Telefon 02181 608656 möglich. Kurz nach dem Konzert – am 7. Februar – kommt „de Plaat“ übrigens ins Kino: Filmemacher Oliver Schwabe beleuchtet unter dem Titel „Asi mit Niwoh“ das Leben von Jürgen Zeltinger. Die Doku hatte beim Filmfestival Cologne im Oktober Premiere.

Mehr von RP ONLINE