Grevenbroich: Jörg Schröder öffnet Skulpturengarten

Kultur in Grevenbroich : Künstler öffnet seinen Skulpturen-Park

An der Montanussstraße lebt und arbeitet der freischaffende Künstler Jörg Schröder. Am Wochenende öffnet er seinen Skulpturen-Park, um Interessierten aktuelle Arbeiten zu zeigen. Im Mittelpunkt stehen Lebewesen und Mystisches.

Ohne Herzlichkeit geht für ihn nichts. Deshalb wiederholt sich Herzförmiges quasi in allen Figuren, die Jörg Schröder gestaltet. „Manchmal muss der richtige Blickwinkel gesucht werden“, erklärt er zu verschiedenen Sichtweisen, die der Betrachter sehr wohl auf seine Werke haben darf. Beste Gelegenheit dazu bietet dieses Wochenende, denn heute und morgen öffnet der Künstler seinen Skulpturen-Park an der Montanusstraße.

Immer wieder anders präsentieren sich in seinem Garten die Figuren aus Stahl und Bronze, je nach Licht und Jahreszeit entfalten sie unterschiedliche Wirkung. Gerne bilden die Einzelteile dabei als Gruppe ein Ganzes, wobei die mystische Wirkung der Zahl sieben keine unbedeutende Rolle spielt. „Sieben Tage Mensch“ spiegelt den Verlauf einer Woche wider, „jeden Tag ticken wir ein bisschen anders“, sagt der Königshovener, der seit 1989 in der Schlossstadt lebt. Samstag sei ein Synonym fürs sich verlieben, spielt er sich aufs Tanzen gehen an.

„Mich gäbe es sonst nicht“, erzählt er Privates über das einander Kennenlernen seiner Eltern beim samstäglichen Tanz. Entsprechend trägt die Samstagsskulptur aus Baustahl, veredelt durch Schleifprozesse, einen „frischen Blick und hat ein großes Herz“. Die Sonntagsfigur dagegen ziert ein langes Kleid, „das für die gute, also feinere Sonntagskleidung“ steht. „Wir Jungs hatten als Kinder das Talent, die gute Sonntagshose beim Spielen flink zu zerreißen“, fügt er grinsend hinzu.

Das "blaue Sommermädchen" ist eine der Skulpturen von Jörg Schröder. Foto: Valeska von Dolega

Ursprünglich über eine betriebliche Ausbildung fand Jörg Schröder ohne das eigentlich angestrebte Grafikdesign-Studium seinen Weg über die Malerei zur Skulptur. „Durch sie treffe ich wegen ihrer Mehrdimensionalität viel stärkere Aussagen“, die „befreiende Begrenzung von immer wie ein Baum wachsenden Geschichten“ gefällt ihm dabei.

In den Skizzenblock zeichnet er, was später in der Werkstatt imposant entsteht. „Aus einem Strich werden mehrere, dann übertreibe ich und finde in der Reduktion den wesentlichen Punkt“, beschreibt er seine Vorgehensweise. Inspirationsquelle für seine Arbeit dabei ist das echte Leben sowie die Natur, „von nichts und niemandem zu toppen“.

Zur Ausarbeitung seiner Gedanken sitzt er mitunter in seinem verwunschenen Garten, in dem zwar keine Buchsbäume mehr stehen, der dafür aber einem mehr als 70 Jahre alten Fliederbaum hat. Zwischen Bäumen und Sträuchern tummeln sich die Skulpturen, alte und neue, die so etwas wie eine Wegbeschreibung durch seine Kunst sind. Als Diplomat zwischen den Generationen möchte er „Verbindungen schaffen“ – und lädt dazu am Wochenende jedermann ein.