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Grevenbroich: Janne Gronen und Dieter Stürmann zeigen aktuelle Arbeiten bei Galerie Dielämmer

„Himmel un Ääd“ in Galerie Dielämmer Grevenbroich : Künstlerischer Spagat in Wort und Bild vom Himmel bis zur Erde

() Das Künstlerehepaar Janne Gronen und Dieter Stürmann serviert bis Anfang Mai in der Galerie Judith Dielämmer „Himmel un Ääd“. Gemeint sind nicht Kartoffelpüree und Apfelmus, sondern Fotos, Malerei und Lyrik, die den Spagat vom Himmel bis zur Erde schaffen.

Dieter Stürmann ist ausschließlich mit Fotos vertreten, die etwa Kondensstreifen am morgendlichen Winterhimmel zeigen. Sind das bodenständige Menschen, die ihre Gießkannen auf dem Friedhof Neuenhausen akribisch abstellen? Diese Aufgeräumtheit war für den 70-Jährigen ebenfalls ein Anlass, um auf den Auslöser seiner Kamera zu drücken. Vieles davon entstand auf Urlaubsreisen. In der Bretagne reizte ihn Land-Art in Form von Kreisen im Sandstrand als Motiv, das nach ein paar Stunden wieder verschwinden würde. Die Kugel aus verspiegeltem Glas auf dem Teich von Schloss Dyck spiegelt den Himmel wider. Himmel und Erde auf sehr traditionelle Weise hat Dieter Stürmann auf einem Foto von der Kastanienallee im Schlosspark auf einem Foto festgehalten. Und er drückte ebenfalls auf den Auslöser, als sich seiner und der Schatten seiner Frau auf einer Waschbetonfläche abzeichnet.

Janne Gronen zeigt unter anderem großformatige Texte, zum Teil in Mundart und Bezug nehmend auf das Thema der Ausstellung. Das liest sich dann so: „Tösche Himmel un Ääd jüv ett mieh Denge als wie do Mingesch bejriefe kann.“ Die 63-Jährige möchte zum Ausdruck bringen, dass Himmel und Erde sich gegenseitig brauchen, dass zum Beispiel Freiheit und Verwurzelung, Weitsicht und Bodenständigkeit zusammengehören. Bei der Malerei reizte es sie, möglichst ohne die Farben Blau und Grün auszukommen. Der Betrachter kann auf einem Bild einen Perspektivwechsel erkennen: Braun ist oben, Blau unten. Ihre auf den ersten Blick gegenstandslose Malerei kann durchaus als Landschaftsmalerei interpretiert werden. Die Bilder sind energiegeladen, dafür sorgt unter anderem ein kräftiges Rot, aber auch die Formensprache ist eindeutig: Da ist Dynamik im Spiel, Gegensätze scheinen zusätzliche Energien zu erzeugen. Die Realität ist erahnbar, Janne Gronen erlaubt sich jedoch, mit ihr zu spielen, sie zu verfremden.

Die Ausstellung an der Alte Bergheimerstraße 7 ist bis 3. Mai immer freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

(barni)