Grevenbroich: Initiative "Pro O": Westtangente wird die Neu-Kapellener belasten

Streit um die Landstraße 361n zwischen Kapellen und Wevelinghoven : Initiative: Westtangente wird die Neu-Kapellener belasten

Die Initiative „Pro Ortsumfahrung“ geht hart mit dem Bürgermeister ins Gericht. Klaus Krützen, der sich unlängst gegen den Bau der Landstraße 361n ausgesprochen hat, spiele aus politischen Gründen die Bürger von Kapellen gegeneinander aus, kritisiert Sprecher Leo Krüll.

Der Verwaltungschef stelle die Argumente der Facebook-Gruppe gegen die L 361n als seine neue, eigene Überzeugung vor, „um bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr ,grüne’ Stimmen zu erhalten“.

Bürgerinitiative gegen Verkehr in Kapellen mit Leo Krüll und Wolfgang Esser. Foto: Berns, Lothar (lber)

Die von den Grünen unterstützte Initiative gegen die L 361n hat als Alternative die sogenannte Westtangente ins Gespräch gebracht. Dagegen rege sich mittlerweile massiver Widerstand aus dem Kapellener Neubaugebiet, da diese Umgehung für zusätzlichen Verkehr auf der Straße „Auf den Hundert Morgen“ bedeuten würde, sagt Krüll. Und er macht in Richtung Rathaus deutlich: „Wir haben keine Zeit, weitere 20 Jahre auf eine Entlastung unserer Durchfahrtsstraßen zu warten.“

Kritisch von der Initiative „Pro Ortsumfahrung“ werden Stellungnahmen bewertet, die ehemalige Vertreter der Grevenbroicher Stadtspitze gegenüber unserer Redaktion äußerten. „Sowohl Ex-Stadtdirektor Heiner Küpper als auch Ex-Beigeordneter Werner Hoffmann waren maßgeblich an der L 361n beteiligt“, erinnert Leo Krüll. Küpper habe vor 30 Jahren den ersten Bauabschnitt der Landstraße 361 und Hoffmann das Neubaugebiet in Kapellen vorangetrieben. „Der eine hat sich für den Bau der L 361 feiern lassen und ausgerechnet der, der die Ansiedlung der Neubürger möglich machte, will diesen Menschen jetzt eine Straße mit bis zu 20.000 Fahrzeugen vor die Nase setzen“, meint Krüll.

Die Kehrtwende des Bürgermeisters komme nach Meinung von „Pro Ortsumfahrung“ zu Unzeit: Der Vorentwurf zur Streckenführung der L 361n sei 2012 von der NRW-Landesregierung genehmigt worden, der Bau der Trasse sei weiterhin in Stufe 1 des Landesbedarfsplans ausgewiesen, erinnert Krüll. Zurzeit erstellt der Rhein-Kreis im Auftrag des Landes ein Umweltverträglichkeits-Gutachten. „Wenn die Experten zu dem Ergebnis kommen, dass der Bau der L 361n umweltverträglich ist, dann sind alle auf Umweltgründen basierenden Einwände hinfällig“, argumentiert Krüll. „Auch Klagen gegen die Planfeststellung wären damit ausgeschlossen.“

Bürgermeister Krützen hat angekündigt, in dieser Woche eine Alternative zu der umstrittenen Landstraße 361n vorzustellen.