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Grevenbroich: In der Corona-Krise kommen die Bands per Video ins Wohnzimmer

Café Kultus in Grevenbroich : In der Corona-Krise kommen die Bands per Video ins Wohnzimmer

Auch wenn alle Live-Konzerte wegen der Corona-Krise abgeblasen wurden: Die Fans des Café Kultus müssen selbst in harten Zeiten nicht auf ihre Songwriter-Lounge verzichten.

Stefan Wehlings, Chef des beliebten Treffs für Junge und Junggebliebene, hat seine Musiker-Kollegen dazu aufgerufen, ihre Videos auf der Kultus-Facebookseite zu posten. Mit Erfolg – denn: „Immer mehr Sänger, Instrumentalisten und Bands beteiligen sich“, freut sich Wehlings über das rasch größer werdende musikalische Angebot fürs Wohnzimmer.

Wie viele andere Restaurants und Gaststätten musste auch das Jugendcafé am Marktplatz seine Türen schließen. „Da bleibt jetzt Zeit, um ein wenig aufzuräumen“, sagt Stefan Wehlings. Beim Putzen des großen Kühlschranks sei ihm mit Blick auf die verwaiste Bühne die Idee gekommen, eine Alternative für die vielen abgesagten Konzerte anbieten zu wollen. Da Wehlings gut in der Szene vernetzt ist, fand er rasch Unterstützung. In weniger als 24 Stunden hatten schon gut 20 Gruppen ihre Videos auf der Facebook-Seite des Cafés gepostet.

„Da ist schnell eine tolle Mischung zusammen gekommen, junge und alte Musiker, heimische und auswärtige Bands, Liedermacher und Rockmusiker – viele machen mit, um den zu Hause bleiben müssenden Fans ein paar schöne Stunden zu bescheren“, sagt Wehlings.

Die Band „Flying Circus“ hat etwa ihr aktuelles Video zum „Song My Lai“ aus dem neuen Konzept-Album „1968“ gepostet, das am nächsten Freitag in der Villa Erckens vorgestellt werden sollte. Die Musiker Virginia Lisken, Nic Flame und Willie Goergens sind ebenso mit von der Partie wie die Bands „Kick the Bucket“, „Tight“ oder „The dubious Orchestra“ mit dem zur Pandemie passenden Song „Lasst Krisenstäbe weise walten“. Und für ein wenig Heiterkeit sorgt Rumbolt Shrotter mit seinem in Grevenbroich gedrehten Video „Don’t worry!“.

Nach einer längeren Umbauphase hatte das Café Kultus erst kurz vor der Corona-Krise wieder eröffnet, mit einem Konzert der Band „Stella Maris“. „Alle anderen Auftritte, darunter Gastspiele von Künstlern aus den USA, Israel und Kanada, sind bis auf weiteres abgesagt worden“, sagt Stefan Wehlings. Die große Resonanz, die sein Aufruf auf Facebook gefunden hat, will er künftig, wenn irgendwann wieder einmal Normalität eingekehrt ist, für ein neues Format nutzen: Bei der „Open Stage“ sollen Musiker spontan zu den vorhandenen Instrumenten greifen und fürs Publikum ihre Lieblingsstücke spielen. „Ich denke, das kann nochmals zum Zusammenhalt der Szene beitragen“, sagt Wehlings.