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Grevenbroich: Grevenbroich im Freudentaumel

Grevenbroich : Grevenbroich im Freudentaumel

Die City stand am Samstag ganz im Zeichen der Fußball-EM – nach dem 1:0 gegen Portugal gab's auch wieder einen Autokorso. Übermäßiges "Autoschütteln" blieb aber aus, bei der WM 2010 wurde sogar ein Bus "gestürmt".

Die City stand am Samstag ganz im Zeichen der Fußball-EM — nach dem 1:0 gegen Portugal gab's auch wieder einen Autokorso. Übermäßiges "Autoschütteln" blieb aber aus, bei der WM 2010 wurde sogar ein Bus "gestürmt".

Zur Partymeile wurden die Rheydter Straße, Bahnstraße und Ostwall nach dem Sieg der Deutschen Nationalelf gegen Portugal mit dem erlösenden Tor von Mario Gomez. Bald nach dem Abschlusspfiff fuhren Autos in einem Autokorso hupend an den Fans vorbei, Fahnen in schwarz-rot-gold wehten aus den Fenstern. Tanzende Menschen feierten die Mannschaft. Rund 500 Grevenbroicher bevölkerten die Sraßen.

Der Autokorso hat Tradition, bei der Weltmeisterschaft 2010 setzten sich bis zu 200 Autos in Bewegung, wurde manches Auto kräftig durchgeschüttelt, Etwa 30 Fans "enterten" sogar das Dach eines Linienbusses. Die Polizei sprach damals von Leichtsinn, warnte vor solchen Aktionen. Diesmal ging es "sanfter" zu, bei den Ordnungshütern hieß es danach: "Keine Auffälligkeiten".

Bereits ab dem Vormittag stimmten sich etliche Grevenbroicher bei "Fußball total", der Auftaktveranstaltung auf dem Markt, auf die EM ein — unter anderem mit Thomas Allofs, früherer Bundesliga-Torschützenkönig und heute Vizepräsident von Fortuna Düsseldorf. Eckpfeiler der Veranstaltung waren Interviews und Autogrammstunden auf der Moderationsbühne, Mitmachaktionen und ein großes Streetsoccerturnier für Kinder und Jugendliche.

Dabei gewann nach vielen packenden Spielen und weit über 100 Toren eine Mannschaft aus Noithausen: "Die Flankengötter" sicherten sich den Sieg vor dem SC Kapellen. "Der Spaß der Kinder soll bei der Veranstaltung im Vordergrund stehen, das ist gelungen", so Organisator Marc Pesch. Über den Tag verteilt kamen rund 2000 Menschen.

Zufrieden waren auch die beiden Schirmherren: Bürgermeisterin Ursula Kwasny und der allgemeine Vertreter des Landrates, Jürgen Steinmetz, hatten sich dafür stark gemacht, dass die Veranstaltung auf dem Markt stattfinden konnte, wo normalerweise samstags der Wochenmarkt zu Hause ist. Beide mussten vor dem Spiel aus kulinarischer Sicht entscheiden, ob Deutschland oder Portugal vorne liegt.

Starkoch Ernst Petry hatte deutsche und portugiesische Grillspezialitäten vorbereitet. "Die Bratwurst mit Kartoffelsalat hat mir besser geschmeckt als der portugiesiche Stockfisch", meinte Kwasny, und Steinmetz ergänzte: "1:0 für die Bratwurst und damit 1:0 für Deutschland." Er behielt recht.

Abends wurden rund 400 Fans beim Public Viewing mit Großleinwand in der Alten Feuerwache beim Tor von Gomez in der 72. Spielminute erlöst, lagen sich viele in den Armen. "Da kann auch ein Anhänger der Borussia Mönchengladbach darüber hinwegsehen, dass ein Bayer das Tor geschossen hat", sagte Lutz Berger, der mit seinen Kumpels zum "Rudelgucken" gekommen war. "Immerhin ist EM, da sehen wir das nicht so eng."

(NGZ)