Grevenbroich: Hydro warnt vor vorzeitigem Kohleausstieg

Positionspapier aus Grevenbroich : Hydro warnt vor vorzeitigem Kohleausstieg

Das Unternehmen positioniert sich gegenüber der Kommission „Wachstum, Struktur und Beschäftigung“.

Mit einem drei Seiten langen Papier hat sich das Grevenbroicher Hydro-Werk jetzt gegenüber der Kommission „Wachstum, Struktur und Beschäftigung“ positioniert. Das Unternehmen stellt darin klar, dass es Investitionssicherheit für seinen Fortbestand und seine Weiterentwicklung brauche.

Klimaschutz und Energiewandel seien in Verbindung mit dem Erhalt der industriellen Wertschöpfungsketten eine große Herausforderung, die Hydro als unternehmerische Chance begreife, stellen Geschäftsführer Volker Backs und Sprecher Moritz Rank klar. Aluminium sei prädestiniert, die Zukunft zu gestalten. „Fahrzeug-Leichtbau oder Batterieanwendungen sind ohne unseren Werkstoff nicht denkbar. Zudem ermöglicht Aluminium Recycling ohne Qualitätsverluste“.

Als energieintensive Industrie am Beginn der Wertschöpfung in NRW benötige das Werk aber „eine zuverlässige und im globalen Kontext wettbewerbsfähige Energieversorgung“. Die Industrie habe bislang auf eine verlässliche Kohleverstromung vertrauen können, stellen Backs und Rank fest. Die aktuelle Diskussion im Rahmen der Kommission „Wachstum, Struktur und Beschäftigung“ gebe jedoch Anlass zur Sorge – denn: „Ein möglicher vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung bei zeitgleichem Atomausstieg, leider bisher ohne zureichende Kompensationsmöglichkeit durch erneuerbare Energie, führt zu der Frage nach der zukünftigen Versorgungssicherheit“ mit Strom „und der Bezahlbarkeit von Energie“. Hydro warnt davor, dass eine unzureichende Lösung die industriellen Wertschöpfungsketten beschädige. Aluminium sei wegen seiner Energieintensität besonders betroffen. „Nach einem Milliarden-Investitionsprogramm in NRW ist nun für Hydro Aluminium fraglich, inwieweit dieses hier fortgesetzt werden kann“, so Volker Backs und Moritz Ranck.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz seien elementarer Bestandteil von Hydros Strategie, das Unternehmen unterstütze erneuerbare Energiequellen. Die Energieversorgung müsse jedoch jederzeit verlässlich und bezahlbar sein, „um global wettbewerbsfähig zu bleiben und qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern“. Das Unternehmen erwarte von der Kommission eine ausgewogene Berücksichtigung der Ziele Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. „Die derzeit noch negativen Effekte einer Reduzierung der Menge oder Verkürzung der Laufzeit der Kohleverstromung sind für den wichtigen Wirtschaftszweig Aluminium vernünftig auszugleichen, um unsere Investitionen, getätigt im Vertrauen auf eine sichere Energieversorgung, preiswürdig im globalen Wettbewerb, zu schützen“, so Backs und Ranck. Hydro leite aus der Genehmigung zur Kohleverstromung bis zum Jahr 2045 „einen moralischen und rechtlichen Anspruch ab“.

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