Grevenbroich: Hydro steigt aus dem Veredelungsgeschäft aus

Investitionen in die Walzstraßen : Hydro steigt aus der „Veredelung“ aus

Weil es nicht mehr wettbewerbsfähig ist, wird das Verdelungsgeschäft zum 31. Dezember 2019 eingestellt. Betroffen sind 84 Mitarbeiter. Gleichzeitig investiert das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung von Walzstraßen.

Das Geschäftsfeld „Rolled Products“ des Hydro-Konzerns konzentriert sich im Produktionsbereich Aluminiumfolien künftig noch stärker auf das Walzgeschäft. Am Standort Grevenbroich wird deshalb ein zweistelliger Millionenbetrag in die Modernisierung bestehender Walzstraßen investiert. Hingegen werden die Aktivitäten im Bereich „Veredelung“ zum 31. Dezember 2019 eingestellt. „In diesem speziellen Bereich sind wir nicht mehr wettbewerbsfähig“, argumentiert Kjetil Ebbesberg, der im Hydro-Konzern für das Geschäftsfeld „Rolled Products“ (Walzprodukte) verantwortlich ist.

Hydro beschäftigt in Grevenbroich insgesamt rund 2100 Mitarbeiter, die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten gehört zum Geschäftsfeld „Rolled Products“. Das Unternehmen stellt jährlich im Werk an der Bundesstraße 59 rund 450.000 Tonnen gewalzte Aluminiumbänder her. „Schwerpunkte sind dabei neben dem Foliengeschäft die Bereiche Dosenband, Lithographieband für Druckplatten sowie lackierte Aluminiumbänder für die Bau- und Automobilindustrie. „Hier wurden in den vergangenen Jahren etwa 150 Millionen Euro in neue Produktionsanlagen investiert“, sagt Werksprecher Moritz Rank.

Im Folienbereich liegt der Schwerpunkt künftig auf Folie für Flüssigverpackungen und neuen innovativen blanken Folienanwendungen. „Ein älterer Betrieb wird deshalb modernisiert und umgebaut“, sagt Rank. Hier sehe das Unternehmen gute Wachstumsmöglichkeiten. Im Bereich der Flüssigkeitsverpackung sowie von hochwertigen technischen Anwendungen werde sich Hydro „im Folienbereich weiterhin intensiv engagieren“.

Das Veredelungsgeschäft wird hingegen zum Ende des kommenden Jahres auslaufen, kündigt Kjetil Ebbesberg an. In diesem Bereich arbeiten derzeit 84 Beschäftigte, deren Jobs auf der Kippe stehen. „Hydro ist ein Unternehmen, das sich durch große soziale Verantwortung auszeichnet. Wir werden deshalb in enger Kooperation mit den Arbeitnehmervertretern Lösungen erarbeiten, um die betroffenen Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen“, betont Ebbesberg.

Die anstehenden Veränderungen wurden am Freitag im Rahmen einer Betriebsversammlung im Grevenbroicher Werk bekannt gegeben. Was die Mitarbeiter des Veredelungsgeschäfts betrifft, stellt Betriebsratsvorsitzender Heinz Höhner eine deutliche Forderung: „Es darf nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen“, sagt er. Das hat Höhner auch gegenüber der Werksleitung und dem Management so formuliert. Für jeden einzelnen betroffenen Mitarbeiter müsse eine gute, individuelle Lösung gefunden werden. „In den nächsten Wochen wollen wir in die Verhandlungen eintreten“, kündigt Höhner an. Dass in die Modernisierung bestehender Walzstraßen in Grevenbroich investiert wird, begrüßt der Betriebsrat. „Das sind Investitionen in gute Produkte und in die Zukunft des Unternehmens“, betont Heinz Höhner.

 Hydro beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter in 40 Ländern und auf allen Kontinenten. Am Standort Grevenbroich werden Walzprodukte für die Automobil-, Verpackungs- und Druckindustrie gefertigt.

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