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Grevenbroich: Hornissen-Befall auf Golfplatz "Erftaue"

Auf dem Golfplatz „Erftaue“ : Hornissen-Befall in Blitzschutz-Hütten

Der Golfclub „Erftaue“ ist gegen Gewitter-Unfälle gut gerüstet. Neben einer Warnanlage gibt es mehrere Schutzhütten mit Blitzableitern. Die meisten Holzhäuschen bleiben vorerst gesperrt. Hornissen haben sich dort eingenistet.

Auf einem Golfplatz in Nordhessen ereignete sich 2012 ein dramatisches Unglück. Bei einem Blitzeinschlag wurden drei Frauen sofort getötet, eine vierte starb wenig später in einer Klinik. Damit Unfälle wie diese auf seinem Gelände nicht passieren, hat der Golfclub „Erftaue“ vorgebeugt. Auf seinem 80 Hektar großen Areal wurden sechs Schutzhütten errichtet und mit Blitzableitern ausgerüstet. Vier von ihnen können zurzeit aber nicht genutzt werden. Sie wurden von Hornissen besetzt, die in den Holzhäuschen ihre Nester gebaut haben und diese nach besten Kräften auch verteidigen.

„Weil diese Insekten unter Artenschutz stehen, müssen sie umgesiedelt werden“, schildert Spielführer Ulrich Gade (73). Experten haben zu Wochenbeginn größere Holzkisten über die Nester montiert, in denen die Hornissen in den nächsten Tagen umgesiedelt werden. Weil die Tiere standorttreu sind – also am nächsten Jahr an der gleichen Stelle wieder ihre Nester bauen – wird ihr neuer Platz nur einige Schritte von den Hütten entfernt sein. Das ganze Prozedere wird insgesamt eine Woche dauern und dem Club etwa 1000 Euro kosten.

Sollte ein Gewitter im Anmarsch sein, werden die Golfer über ein großes Warn-Horn alarmiert, das in etwa der Mitte des Platzes steht. Die Wetterlage wird von einer Mitarbeiterin in einem Büro des Clubheims verfolgt, sollte sich in der Nähe etwas zusammenbrauen, drückt sie den Alarmknopf  – und die Sportler wissen Bescheid.

Obwohl Regen und Gewitter in diesem Sommer eher eine Seltenheit waren, präsentiert sich die 18-Loch-Anlage am Stadtrand in bester Verfassung. „Wir sind der grünste Platz im weiten Umkreis – darum werden wir beneidet“, sagt Präsident Günter Kill (82).

Das Geheimnis des satten Rasens ist der in der Nähe liegende Tagebau. Denn das dort von RWE Power abgepumpte Grundwasser kommt den Golfern zugute. Über viele Hundert Sprinklerdüsen wird das frische Nass die Nacht durch auf den großzügigen Rasenflächen verteilt. Weil der Energiekonzern froh sein, das Grundwasser los zu werden, stellt er es dem Club kostenlos zur Verfügung – auch für die großen Teiche, die sich auf dem Gelände befinden. „Das spart uns Kosten von gut 200.000 Euro im Jahr“, sagt Ulrich Gade.

Apropos Geld: Die vor drei  Jahren abgebrannte Maschinenhalle ist  mittlerweile neu errichtet worden. „Das Feuer hatte einen Schaden von 1,2 Millionen Euro angerichtet, wir hatten danach weder einen Schraubenzieher noch eine Rohrzange“, berichtet Gade. Zum Glück war der gesamte Maschinenpark des gemeinnützigen, rund 760 Mitglieder zählenden Vereins auf Neuwert versichert, so dass Spezial-Rasenmäher und andere Geräte nun auf dem neuesten Stand sind.

Um den Verein und den Platz weiter fit für die Zukunft zu machen, haben die „Erftaue“-Golfer ein weiteres Bauprojekt auf ihrem Gelände in Planung. Die alte Caddy-Halle am Clubheim soll abgerissen werden. An ihrem Platz soll ein neues Gebäude entstehen, das Platz für etwa 300 Golf-Trolleys bietet. „Auch eine Sauna und Räume für die Physiotherapie sollen in der Halle entstehen“, berichtet Präsident. Das ehrgeizige Projekt ist in Planung, muss aber noch die Mitgliederversammlung des Clubs passieren.